18.1.08

Die Jäger nehmen zu!

Hallo,
Kaspar Hauser wieder.

Bei der Überschrift sind wohl der und die ein oder andere Jäger und Jägerin zur Waage gerannt und protestieren nun lautstark. Andere, wohl eher männlich, haben sich genussvoll über den Bauch gestrichen und nicken.

Also korrigiere ich mich, es muss natürlich heißen:

Die Zahl der Jäger nimmt zu.

Ich konnte dem einfach nicht widerstehen, verzeihen Sie mir?
Zurück zum Thema:

Als ich die Jagdprüfung ablegte, lösten so um die 250.000 Jäger in der BRD einen Jagdschein. Dann kam die Wiedervereinigung und damit stieg diese Zahl beträchtlich, ca. 50.000 Jäger kamen hinzu. Und seitdem?

Sehen Sie selbst, diese Zahlen sind vom DJV:





Die Zahl der Jäger steigt. In den 10 Jahren um 14.706.

Das sind fast 1.500 zusätzliche (!) Jäger per Anno.

Von Pillenknick und schrumpfender Bevölkerung ist bei den Jägern und Jägerinnen nichts zu spüren. Mir gefällt diese Entwicklung. Jagen gewinnt offenbar an Popularität.

Doch gleichzeitig höre ich immer öfter, dass immer mehr Reviere keinen Pächter mehr finden. Ausschreibungen bekommen manchmal gar keine Angebote mehr, nicht ein einziges. Und so frage ich mich:

Wo jagen die alle?

Haben Sie eine Antwort?

Ihr äußerst wissbegieriger,
Kaspar Hauser

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Doch gleichzeitig höre ich immer öfter, dass immer mehr Reviere keinen Pächter mehr finden. Ausschreibungen bekommen manchmal gar keine Angebote mehr, nicht ein einziges."

ich denke mal, dass das auf die immer größer und damit für einen normal verdienenten Jäger unbezahlbaren wildschäden zurückzuführen ist.

Michael Scheerer hat gesagt…

Wo die vielen deutschen Jäger denn alle jagen, fragt dieser Beitrag mit kritischem Seitenhieb auf die steigende Zahl der Jagscheininhaber. Mag sein, dass nicht alle Jäger Jagdgelegenheit haben. Aber politisch gesehen, gibt es viel zu wenige Jäger in Deutschland. In Frankreich und Skandinavien ist das Verhältnis Jäger/Bevölkerung um ein Vielfaches höher als in Deutschland. Dort ist die organisierte Jägerschaft wegen ihrer schieren Größe eine politische Macht, auf die Regierungen Rücksicht nehmen, wenn sie keine rabiate Gegenwehr der Jäger in Kauf nehmen wollen. In Deutschland hingegen lassen sich die Jagdverbände seit vielen Jahren den Schneid von den Natur- und Tierschützern abkaufen. Politischer Einfluss der deutschen Jägerschaft - gleich null! Warum? Es gibt zu wenig Jäger in Deutschland, nicht zu viele. Deshalb hat diese Gruppe eine schwache Lobby.
Und noch eine Anmerkung: Exlodiert ist die Zahl der jäger seit der Wiedervereinigung ja nun auch wieder nicht. Ein bißchen weniger Jagdneid und Abzocke, dafür etwas mehr organisatorische Fantasie und großzügiger Einsatz der Jungjäger - dann lassen sich die zusätzlichen Jagdkollegen sicher auch in den Revieren unterbringen. Mir sind jedenfalls neue Jäger in meinem Freundeskreis lieber als Golfspieler, die ihr Leben lang nur gegen die Grasnarbe kämpfen.

Mit freundlichem Waidmannsheil

Michael