14.12.17

Jagdblog Aktuell

Übersicht über die aktuellen Beiträge im Jagdblog und im Netz zum Thema Jagd:

14.12.2017
Die Afrikanische Schweinepest wird das klassische Revierpachtsystem grundlegend verändern

13.12.2017
Jagdverein Lehrprinz e.V. erhält die Erlaubnis nach § 11 (1) Nr. 8 f TierSchG gewerbsmäßig für Dritte Hunde auszubilden - ein Erfahrungsbericht

7.11.2017
Professor Hans-Dieter Pfannstiel sieht in der Erlegungsprämie für Sauen in Mecklenburg-Vorpommern eine jagdliche Bankrotterklärung

28.9.2017
Der wichtigste Verbündete des Wolfes: Der besitzlose, naturentfremdete Städter

20.9.2017
Promovierte Wildbiologin erklärt den Jägern die tierschutzgerechte Jagd

7.9.2017
Mein Leben mit Jagdhunden

4.9.2017
LJV Brandenburg: Ein Verband demontiert sich selbst. 
Oder: Wenn die Mitglieder die einfachsten Regeln des verbandsinternen Diskurses nicht beherrschen.

18.8.2017
Der Weg von der klassischen Jagdgebrauchshundeausbildung zum banalen Hundesport

18.7.2017
"Der Wolf ist unser Rächer" - der radikale Tierschützer aus psychologische Sicht

6.5.2017
Die Causa "Dieter Nagl", der Jagdgegner Dr.Dr. Martin Balluch und die österreichischen Jagdverbände

8.4.2017
Wenn facebook den Lehrprinzen ersetzt, oder: Der einsame Jungjäger

9.11.2016
Ajax letzter Jagdblogeintrag

5.11.2016
Erste Hilfe bei der Drückjagd - eine zufällig anwesende medizinische Fachkraft verhindert Schlimmeres

31.10.2016
Das Schweigen der Jäger
Das Sprichwort: "Höre, sieh und schweige, wenn du in Frieden leben willst" hat bei der Jägerschaft scheinbar Kulttatus.

30.5.2016
Vor 40 Jahren
Es war ein Sonntag, der 30.5.1976

29.5.2016
25 Jahre nach der Wende...
Vor 20 Jahren verließ die Rote Armee den Osten Deutschlands.

18.4.2016
Der Malbaum an der Idaeiche
Oberhalb von Falkenberg liegt der verschlafene Ortsteil Cöthen.

6.4.2015
Wann ist eine Spende an einen Naturschutzverein eine (steuerpflichtige) Schutzgeldzahlung?
Auch NABU Mitglieder sehen  die Spendenbeschaffungsmethoden des NABU äußerst kritisch

22.3.2015:
Imponiergehabe der Funktionäre, oder: Wenn die Basis den Gehorsam verweigert.

14.3.215:
Die flächendeckende Wiedereinbürgerung des Wolfes bedroht unsere Offenlandflächen als Teil unserer Kulturlandschaft

9.2.2015
Die tierschutzgerechte Nachsuche - Hubert Kelle, Forstamtsrat i.R. kommentiert den Bericht des Jagdblogs vom 27.1.2015   

7.2.2015
Der Wolf und unsere Kulturlandschaft. Oder was hat eine Schafkoppel und Mc Donald gemeinsam? 

27.1.2015
Die tierschutzgerechte Nachsuche

13.1.2015
Quo vadis, Jägerschaft?
In zwei Zeitungsartikel aus Bayern binnen 3 Tagen über die Jagd wird die Widersprüchlichkeit der etablierten Jägerschaft erkennbar.


7.1.2015
Als Jäger von der Natur leben
Das glückliche Gefühl, ein Selbstversorger zu sein.

1.1.2015
Im ideologisch verblendeten Veganismus und Vegetarismus feiert das nationalsozialistische Herrenmenschentum fröhliche Urständ
"Adolf-Hitler-Medallie für Tierschützer, Nationalsozialismus und Tierschutz - eine innige Liebesbeziehung

12.12.2014
Die Falknerei als Kulturerbe in Deutschland anerkannt
Der Deutsche Falknerorden hat etwas geschafft, wovon die Jäger nur träumen können

9.12.2014 
Nikolausgeschenk an einen geduldigen Jungjäger
Mit solchen Berichten und Photos brauchen wir Jäger die Öffentlichkeit nicht zu scheuen. 

5.12.2014
Der Flug der Jungkiebitze
Welche Bedeutung hat die Bejagung der Füchse auf die Bodenbrüterpopulation?

30.11.2015
Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen bietet das Studium "Hochschulzertifizierte/r Jagdwirt/in (HfWU)" an. 

22.11.2014
Der Anti-Jagd-Blog: Wenn man vorgibt, der Aufklärung zu dienen, aber demagogische Hetze betreibt.
Die Feindseligkeit zwischen Jägern und fanatischen Tierschützern erreicht einen neuen Höhepunkt.

18.11.2014
Deutschland hat kein Schwarzwildproblem, die Jäger haben ein Kommunikationsproblem
Fazit des Schwarzwildsymposium in Nossen: Die Jäger reden zuviel übereinander und zuwenig miteinander.

12.11.2014
BGS Rüde "Loisl" nach dem Schweißhundeführerseminar zu Besuch im Oderbruch
Die praktische Ausbildung von Jungjägern und Jagdhundeführern sind die Säulen einer zukunftsfähigen Jagd

9.11.2014
Steierische Jägerschaft in Rottenmann zeigt Flagge - Die Feierlichkeiten am Hubertustag sind ein Teil unserer Jagdkultur 
Hubertusfeierlichkeiten statt Regionalkonferenzen

3.11.2014
Zum Hubertustag ein Gastkommentar von Bertram Graf Quadt

25.10.2014
Der Landtagsabgeordnete Michael Billen, genannt "Billen the kid", ein Botschafter für die Jagd
Michael Billen ist nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch Landwirt, Schnapsbrenner und Jäger und er steht dazu. Zitat:„Das bin ich. Ich bin Bauer, und ich bin Jäger, kein schlimmer Jäger, aber Jäger.“

15.10.2014
Hunde von Kadavern fernhalten: Hasenpest im Landkreis Leipzig nachgewiesen

14.10.2014 
Unfähige Jagdpächter von Burglengenfeld fordern Pille fürs Schwarzwild
Wie eine eigenmächtige Pressearbeit vollständig in die Hose gehen kann.

27.9.2014
"Ich stand irgendwann vor der Entscheidung: Werde ich nun Vegetarierin oder Jägerin?“
Sind Frauen die besseren Botschafter der Jagd? Ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lässt dies vermuten.

27.9.2014
Pressemitteilung der Jägerinnen in Bayern


26.9.2014
Jagdgesetznovelle in NRW – Ideologie statt Fachlichkeit! Will Minister Remmel die Jagd zerschlagen?
Pressemitteilung des Bundesverbandes der Berufsjäger

25.9.2014
"Völlig inakzeptabel"
Gemeinsame Presseerklärung vom Deutschen Jagdverband e.V. und Aktionsbündnis Forum Natur

23.9.2014
Schriftliche Anweisung zur Erlegung von Kahlwild mittels Doublette löst Shitstorm gegen Nationalparkverwaltung aus
Der neue Nationalpark Schwarzwald: Noch kein Jahr alt und schon wird er Opfer eines Shitstorms durch die Jägerschaft

20.9.14 
Die Jägervereinigung  Pfaffenhofen erfüllt schon heute die Auflagen aus dem § 11 des Tierschutzgesetzes
Die Jägerschaft Pfaffenhofen e.V. arbeitet mit dem IHK zertifizierten Hundefachwirt Hans Scharl zusammen und erfüllt die Bestimmungen des § 11 des Tierschutzgesetzes

16.9.2014 
Trophäen sind Erinnerungen- auch für Nichtjäger
Nach über 60 Jahren kehrt das Geweih eines besonderen Kronenhirsches wieder in sein Revier zurück.

16.9.2014 
Drei auf einen Streich 
Eine nicht alltägliche/allnächtliche Schwarzwildstrecke

14.9.2014
“Jäger, nein Danke”!? -  Der Ehrenpräsident des JGHV, Christoph Frucht, geht mit der bisherigen Internetarbeit der Jagdverbänden hart ins Gericht
Der Ehrenpräsdent des Jagdgebrauchshundeverbandes (JGHV) Christoph Frucht sieht die Hauptschuld des schlechten Image der Jäger in der Öffentlichkeit in einer fehlenden professionellen Internetarbeit der Jagd- und Jagdhundeverbände

1.9.2014
Nachdenkliches von einer jungen Jägerin
Eine passionierte Jungjägerin aus Sachsen macht mit ihrem Jagdblog "Jagd ist Passion" auf sich aufmerksam.

30.8.2014
Förderverein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V. wird für Wildschäden durch die Wisente haftbar gemacht
Ein Urteil zur Schadensersatzpflicht vor dem Amtsgerichtes Schmallenberg wird weitreichende Folgen für die Wiedereinbürgerung der Wisente im Sauerland haben.

25.8.2014
44-jähriger bei einer Treibjagd tödlich verunglückt
Ein 44-jähriger Mann ist am Sonntagabend bei einem Unfall im Rahmen einer Treibjagd in der Nähe des Weikersheimer Ortsteils Nassau erschossen worden.

23.8.2014
Die gewerbliche Tätigkeit des Hundetrainers, des Hundepsychologen und der Hundeausbilders ist ab dem 1.8.2014 genehmigungspflichtig
Auch Jagdhundeschulen und die Hundeobleute der Kreisjägerschaften sind betroffen. Die Veterinärämter als Genehmigungsbehörden sind vielerorts kaum vorbereitet.

21.8.2014
Das Jagdblog kürt "Das ist Jagd" zum Jagdvideo des Jahres 2014
Unternehmensberater Carsten Raukohl zeigt, dass dringend Professionalität bei der Darstellung der Jagd im Internet gefordert ist,  wenn die Jagd überleben will.

13.8.2014 
Wenn wir Jäger die Jagd als ein Teil unserer Kultur etablieren wollen, dann muss ihre stilvolle Darstellung selbstverständlich sein
Die Präsentation der Jagd ist ein wichtiger Bestandteil der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit

8.8.2014
"Wo die Sonne der (Jagd)kultur niedrig steht, da werfen Zwerge lange Schatten"
Wenn die Verbandsdisziplin erste Auflösungserscheinungen zeigt und profilierungssüchtige Interessensgruppen innerhalb der Jägerschaft anfangen, ihr eigenes Süppchen zu kochen.

4.8.2014
Der "Hirschrufer" Immo Ortlepp, ein Botschafter für die Jagd
Ein Portrait des Berufsjägers und Waldpädagogen Immo Ortlepp

29.7.2014
Netzwerken ist keine Einbahnstraße!
Große Teile der Jägerschaft erkennen den Sinn des Internets als Informations- und Kommunikationsplattform (noch) nicht.

28.7.2014
Erntejagd mit Damen
Max Götzfried, die Sauen, die Jagd und die Mädels- eine Gallionsfigur der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit.

28.7.2014
"Mein Mann der Bambi-Killer"
Aus dem Leben der Ehefrau eines Jägers

26.7.2014
Kein Schutzstatus für Wolf und Luchs - Aufnahme ins Jagdrecht Onlinepetition gestartet
Onlinepetition für die Aufnahme des Wolfes und des Luchses ins Jagdrecht angelaufen

25.7.2014
Jagd und Öffentlichkeit – Das Schweigen im Wald?
Der aktuelle Jagdtalk auf Jagd und Natur tv

18.7.2014
Internetauftritte und Öffentlichkeitsarbeit - ein Kämpfer für eine bessere Darstellung der Jagd in der Öffentlichkeit stellt sich vor 
Gastbeitrag von Joachim Orbach

16.7.2014
Von der Pressemitteilung bis zum Radio- und Video-Broadcast - Die Internetportale für Jagd und Natur rücken enger zusammen
Das Nachrichtenportal mit aktuellen Meldungen über Jagd und Natur "Neue Medien Jagd" geht online

14.7.2014
Deutsches Jagdlexikon- Eine Informationsquelle für Jäger
Eine Informationsquelle im Zeichen der Zeit. Ein Interview mit dem Gründer Volker Seifert

2.7.2014
Junge Jäger Sachsen auf dem Vormarsch - Dank Unterstützung durch die Jägerschaft Westerzgebirge e.V.
Die Jungen Jäger Sachsens geben sich kämpferisch


26.6.2015
Forstbetriebe in Brandenburg bieten Jungjägern verbilligte Pirschbezirke als Einstieg ins aktive Jagen an
Eine Bankrotterklärung der Jägerschaft an die eigene Nachwuchsarbeit.

20.6.2014
Außer Spesen nichts gewesen
Bericht vom Symposium "Hat die Jagd noch Zukunft? Das Image von Jagd und Jägern heute"

6.6.2014
Fast 400 Jagdhundprüfungstermine auf dem Jagdportal online- Der erste Schritt zur Digitalisierung des Jagdgebrauchshundewesens ist getan  
Das Suchen hat eine Ende: Alle Jagdgebrauchshundeprüfungen abrufbar auf einer Datenbank.

4.6.2014
Ansehensschädigung der Jägerschaft im Internet - Version 2.0 
Das Image der Jagd, die Jäger in der Öffentlichkeit und  das Internet - eine neue Zeitrechnung hat begonnen, aber die meisten Jäger  haben es noch nicht begriffen.

31.5.2014
Einige Jäger selbst sind die größten Feinde der Jagd
Josef Pröll, ein Jagdfunktionär, den keiner braucht

18.5.2014
Landesrechnungshof Thüringen rät der Landesregierung zur Abschaffung der Jagdabgabe
Landesrechnungshof sieht in der Jagdabgabe eine "instutionelle Förderung statt Projektförderung"

14.5.2014
Das Deutsche Jagdportal geht online
Die Zusammenarbeit mit einem Softwareunternehmen- eine nicht alltägliche Erfahrung

Die Afrikanische Schweinepest wird das klassische Revierpachtsystem grundlegend verändern

Foto: Wikipedia

Kaum ein Tag, an dem nicht Maßnahmen zur Verhinderung der Afrikanischen Schweinepest ergriffen werden. Die Experten sind sich jetzt schon einig: Es stellt sich nicht die  Frage, ob die Afrikanische Schweinepest  kommt, sondern wann. Doch unabhängig davon wird die Afrikanische Schweinepest  das Jagdwesen und mit ihr sich das Revierpachtsystem alter Prägung  massiv verändern.

Die verzweifelten Rufe der Jägerschaft nach finanzieller Unterstützung bei der Bekämpfung der Überpopulation des Schwarzwildes und die Unfähigkeit, die anfallenden Strecken zu vermarkten, ist zweifelsfrei eine absolute Bankrotterklärung der Jägerschaft auf ganzer Linie. Zu dieser Erkenntnis kam unlängst auch der anerkannte Wildbiologe Professor Hans-Dieter Pfannenstiel. 

Wie man auch ohne finanzielle Unterstützung und vor allem durch eine professionelle Jagdorganisation der Überhege des Schwarzwildes  zu Leibe rückt, zeigt der Bericht über die alljährliche Drückjagd im Forstamt Friedrichsmoor, ein Forstbetrieb des Eigenbetriebs des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Auf 4.100 ha wurden mit 222 Jägern, 110 Treibern und 100 Hunden 189 Sauen erlegt.  Das entspricht einer Erlegung von etwa 5 Sauen/100 ha. Mit dieser Quote bekommt man die von den Jägern über viele Jahre verursachte Schwarzwildüberpopulation in den Griff.

Doch das Ergebnis aus Friedrichsmoor bringt eine weitere Erkenntnis, die die Jäger nicht gerne hören werden:
Die Flächen der staatlichen Landesforstbetriebe machen in der Regel  gerade einmal 5-10% der jagdbaren Flächen aus. Nur dort lassen sich solche revierübergreifenden Drückjagden organisieren, die den Erfolg bringen. Alle anderen Jagdreviere in Deutschland sind kleine, völlig zerstückelte Genossenschaftsjagden, teilweise gepachtet von mehreren Pächtern, die sich oft in der eigenen Jagd nicht einig sind.

Hinzu kommt, dass in vielen genossenschaftlichen Revieren die Sauen angekirrt werden. (in den staatlichen Revieren herrscht in der Regel Kirrverbot!) Die ausgebrachten Kirrmengen übersteigen oft das mehrfache des Körpergewichts der an der Kirrung erlegten Sauen. Während der Begeher im Revier A die Sauen ankirrt, machen die Sauen nur wenige 100 Meter davon entfernt im Nachbarrevier schaden, ohne dass er eingreifen kann. Verstärkt wird diese Situation durch eine  über Jahre fortgesetzte Entwicklung,  immer mehr Reviere  in immer kleinere Klein- und Kleinstreviere zu zerschlagen. Diese Fehlentwicklung rächt sich nun bitter. Damit wird es immer schwieriger, revierübergreifende Bejagungen zu organisieren.
Eigenwillige, zu einer revierübergreifenden Kooperation unfähige engstirnige Revierpächter runden die verfahrene Situation ab.
Vergleicht man das Streckenergebnis vom Fortsamt Friedrichsmoor mit den Zuständen in den Genossenschaftjagden, kommt man zum dem Schluss: Von den  über Jahre angestiegenen Maisanbauflächen abgesehen, ist die Überhege beim  Schwarzwild zu 100 % von den Jägern hausgemacht und keine unvorhersehbare Naturkatastrophe!

Geht es beim Dauerstreitthema "Wald vor Wild", das seit Jahren zwischen Forstpartie und Jagdpächter geführt wird, lediglich  um die Interessen der volkswirtschaftlich eher unbedeutenden Waldbesitzer, hat die Afrikanische Schweinepest eine völlig andere Dimension!
Alleine in Mecklenburg-Vorpommern schätzt man den Schaden, der durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest droht, auf deutlich über 1 Milliarden Euro (1.000.000.000,00 Euro).

Wie sich unsere Schweinepreise deutschlandweit entwickeln, wenn ganze Schlachthöfe über Tage ohne Belieferung bleiben, traut sich wohl zur Zeit niemand auszumalen!

Erstaunlich bei diesen Horrorszenarien sind die weitestgehend verstummten Landesjagdverbände.

Die strategisch kluge Zurückhaltung, wie sie die Verbände  beim Wolf angewandt haben, kann sich beim Thema "Maßnahmen zur zukünftigen Verhinderung explodierender Schwarzwildbestände" schnell als Bumerang erweisen.
Völlig im Gegensatz zur Populationsdynamik des  Wolfes sind alleine die Jäger  diejenigen, die die Jagd auf Schwarzwild ausüben dürfen. Sie alleine sind in der Pflicht, den drohenden Schaden an der Bevölkerung zu verhindern. Auch die immensen Schäden, die durch die Keulung ganzer Hausschweinbestände drohen, wird man den Jägern anlasten. Alleine mit Jagdpachtzahlungen  argumentativ zu kontern, wird da wenig helfen.

Sollte es zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kommen , so wird man danach Ursachenforschung betreiben und man wird sehr schnell feststellen, dass das heutige Revierpachtsystem den Herausforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gewachsen ist. Auch Kritiker außerhalb der Jagd werden Konsequenzen bei der Bewirtschaftung der Wildbestände fordern und das bisherige Revierpachtsystem in Frage stellen. Schlimmer noch: Man wird den Nachweis führen, dass diese Klein- und Kleinstreviere in ihrer heutigen Form mit hoffnungslos überalterten und unfähigen Jagdpächtern eine  Überpopulationen bei Schalenwild erst begünstigt haben und somit  bei einem Festhalten am Revierpachtsystem in der heutigen Form  die nächste Seuche schon vor der Tür steht.

Wie sich auch immer die Afrikanische Schweinepest in den nächsten Monaten entwickelt, eines steht aber jetzt schon fest: Ein "Weiter so" bei der Revierbewirtschaftung wird es nicht geben.

waidmannsheil

Euer


Stefan







12.12.17

Jagdverein Lehrprinz e.V. erhält die Erlaubnis nach §11 (1) Nr.8 f TierSchG gewerbsmäßig für Dritte Hunde auszubilden - ein Erfahrungsbericht



Nach einem erfolgreichen Fachgespräch vor dem Veterinäramt in Seelow  hat der Jagdverein Lehrprinz e.V. nun den Segen des  Landkreises Märkisch-Oderland und hat nun die Befähigung, gemäß § 11 des Tierschutzgesetzes seine Jagdhundeseminare abzuhalten.

Ich hatte schon viele Jahre vor der Erweiterung des § 11 eine Prüfung für Hundehalterausbilder gefordert. Viele  Seminarteilnehmer, die zu mir kamen, hatten bereits mehrere Hundeschulen durchlaufen, bevor sie bei mir landeten und mir war klar, dass da in den Hundeschulen etwas gehörig schief läuft.

Die fehlende Durchführungsverordnung aber gestaltete das Ableisten des Fachgespräches für die Veterinärämter anfangs schwierig. Nachdem ich den Antrag beim Veterinäramt gestellt hatte, führte ich ein langes Gespräch mit der Rechtsanwaltskanzlei Ackenheil, die sich auf Tierrecht spezialisiert hat. Es wurde klar, dass den Veterinärämtern ohne diese Verordnung einer Klagewelle von Hundetrainern drohte, denen mit dem Nichtbestehen des Fachgespräches eine existentielle Notlage drohte. 

Doch das Veterinäramt meines Kreises handelte vorausschauend und erteilte mir erst einmal eine einjährig befristete Erlaubnis zur Jagdhundeausbildung. Da ich nicht auf die  Einnahmen aus den Seminaren angewiesen bin, konnte ich es sicher wesentlich lockerer angehen, als manch hauptberuflicher Hundetrainer. Erst im Sommer  dieses Jahres  kam dann die Einladung zum Fachgespräch mit einer sehr genauen Auflistung der prüfungsrelevanten Themen. Etwa bei der  Hälfte der Themengebiete konnte ich aus meinen vielen Jahren der Hundererfahrungen schöpfen, aber die andere Hälfte des geforderten Wissens, insbesondere die rechtlichen Themengebiete und die vielen Fachbegriffe mussten intensiv erlernt werden.

Es ist schon ein eigentümliches Gefühl, wenn man über 30 Jahre nach dem Studium wieder Bücher wälzt und sich auf eine Prüfung vorbereitet. Aber  bei der Zuhilfenahme der Lernhilfe "Google", die es zu meiner Studienzeit noch nicht gab, kam ich gut voran. Etwa 2 Wochen des Lernens mit etwa 2-3 Stunden täglich lässt sich das fehlende Wissen aneignen. 

Das Fachgespräch selber war mit einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil von zusammen  fast 4 Stunden sehr umfangreich. Das Veterinäramt war sehr gut vorbereitet, hatte eine Prüferin, die nicht aus dem Kreisgebiet kam und der leitende Tierarzt fungierte als Beisitzer. Es gab prüfungsrechtlich nichts zu beanstanden. 

Fazit: Mit den allgemeinen Kenntnissen, die ein  Hundeausbilder auch nach jahrelanger praktischer Arbeit besitzt, ist diese Prüfung nicht zu bestehen. Wer im Lernen trainiert ist, der kommt mit 2 Wochen Vorbereitung und täglich 3 Stunden des Lernens hin. Es wurde erkennbar, dass das  Veterinäramt nach einigen Anlaufschwierigkeiten wegen der fehlenden Durchführungsverordnung zum  § 11 TierSchG sehr gut informiert ist und  mit anderen Veterinärämtern gut vernetzt ist. 

waidmannsheil 

Euer

Stefan