Die meisten Politiker, die im Wahlkampf um die Stimmen der Jäger buhlen, verkünden auf Veranstaltungen großspurig, sie werden sich für die Abschaffung der Jagdsteuer einsetzen.
Fast immer folgen auf diese vollmundigen Versprechen keine Taten.
Doch in Baden Württemberg steht die Abschaffung die Jagdsteuer in immer häufiger auf der Tagesordnung.
Nach dem Zollern-Alb-Kreis schafft nun auch der Main-Tauber Kreis die Jagdsteuer ab:
Über die Abschaffung der Jagdsteuer im Main-Tauber-Kreis berichtet die Südwestpresse:
waidmannsheil
Euer
stefan
Die Abschaffung wurde von den Jägern des Kreises begrüßt.
Steuer abgeschafft: Jäger applaudieren Kreisräten
22.7.08
Main-Tauber Kreis schafft die Jagdsteuer ab
15.7.08
Hat sich der Beginn der Blattzeit verschoben?

Treibender Rehbock, Foto: Siegel
Über viele Jahre stand der Beginn der Blattzeit fest: Zwischen dem 18. und 20. Juli kam Bewegung ins Rehwildrevier. Die Wochen davor wirkte das Revier wie ausgestorben.
Doch in diesem Jahr scheint die Rehbrunft aus dem Takt gekommen zu sein. Bereits am 3. Juli konnte ich einen suchenden Bock beobachten, der auch wenige Minuten danach mit einem weibliches Stück treibend den Weizenacker verließ.
Wenn ich in den letzten 2 Wochen mit dem Blick schweifend über die Landschaft fahre, sehe ich Rehwild fast täglich treibend in den Äckern. Noch nie habe ich vor dem 18. Juli so häufig treibendes Rehwild gesehen, wie dieses Jahr.
Ist das anhaltend sommerliche Wetter der letzten 2 Monate der Auslöser oder macht sich die angebliche Klimaerwärmung auch bei unseren Rehen bemerkbar?
Nachweislich ist das Brunftverhalten des Rehwildes in diesem Jahr ungewöhnlich.
waidmannsheil
Euer
stefan
13.7.08
Hundegedicht
Suchend streift er durch die Flur,
nichts entgeht der feinen Nase,
selbst die allerkleinste Spur
wittert er im hohen Grase.
Wie gewandt, wie klug und fein
weiß er alles auszuspähen.
Seiner Arbeit zuzusehen,
ist schon Götterlust allein.
(Quelle unbekannt) -
5.7.08
Zeit der Stille
Immer wieder wird man von Nichtjägern nach dem Grund gefragt, weshalb man die Jagd ausübt. Natürlich ist es das Jagderlebnis und die damit verbundene Spannung, die einen immer wieder in die Natur zieht. Doch auch immer ist es die Sehnsucht nach Ruhe und Einsamkeit, die einen in den Wald treibt. Einfach mal die Seele baumeln lassen, die Gedanken schweifen lassen oder einfach nur das Leben in der Natur an sich vorbeilaufen zu lassen.
In einem eindrucksvollen Artikel hat die Jägerin Heike Heins aus Buchholz ihre Einrücke über Stille, die einen Jäger im Wald umgibt, beschrieben.
Mit ihrem Artikel hat sich Frau Heins, die auch stellvertretende Hegeringleiterin der Kreisjägerschaft Harburg ist, um den Journalistenpreis des DJV beworben. Das JagdBlog wünscht ihr bei der Bewertung durch die Jury alles Gute.
waidmannsheil
Euer
stefan
Sehnsucht nach Ruhe und Einsamkeit- wer hat die nicht?
Wir haben alles gesehen und sind überall gewesen, haben unerträglichen Lärm gehört, ob dröhnende Motoren, schrillende Handys oder wummernde Musik und Stress in allen Variationen ertragen. Was uns noch bleibt, ist die Reise nach innen, die wichtigste von allen. Jäger treten diese Reise sehr häufig an, somit auch ich.
Stille kann man hören, wenn man Geräusche wahrnimmt, die sonst nicht da sind- das ist das Geheimnis. Wenn sich frühmorgens, wenn die Nacht sich in die Erde zurückzieht und die Sonne am Himmel nach Halt tastet, im Wald die Amseln aufplustern um ihr Morgenlied anzustimmen, das Wasser im Bach die Steine umgurgelt, die Fische durchs Wasser gleiten, die Wolken schweben und die Bäume wachsen, die Tautropfen von den Grashalmen rinnen und ein Blatt sanft zu Boden gleitet, der Boden sanft einatmet und wieder aus: Das ist Stille. Man sitzt in der Natur, unbeweglich und still- und wartet. Wenn die ersten Sonnenstrahlen warm und sanft das Gesicht streicheln, wie die Feder eines Vogels oder der Flügel eines Schmetterlinges, dann hat der Tag begonnen. Kein Lärm stört die Stille- als ob die Natur nur aus Bildern besteht und Geräusche noch nicht erfunden wurden. Es gibt sie, diese Minuten am Morgen in aller Frühe und am Abend, kurz vor dem Dunkelwerden in der blauen Stunde, nicht mehr richtig Tag, und noch nicht richtig Nacht, die Minuten des Ausatmens und des Innehaltens, die Zeit des lautlosen Handgemenges zwischen Hell und Dunkel. Dann stellen sich an meinen Unterarmen die Härchen auf und ich habe das Gefühl, ich könnte aus der Welt hinausfallen. Oder in sie hinein- schwerelos und zugleich gewichtig und ich bin ein Teil dieser wirklich wunderbaren Welt. Dann habe ich das Gefühl man hat der Welt den Ton abgedreht, mein Herzschlag beruhigt sich und mein Puls wird flacher- und ich bin bereit ein Stück Verantwortung zum Erhalt dieser göttlichen Schöpfung zu übernehmen.
Wir Menschen brauchen die Stille, um innezuhalten, durchzuatmen und loszulassen, um zu denken, nein- um nachzudenken. Komm setz dich kurz. Fünf Minuten nur in die Stille und schau, atme und höre genau hin: Das ist Stille. Plätze, an denen das gelingen kann, gibt es überall. Plätze, die sich dem tosenden Gebrüll des Alltags der Welt entzogen haben, die sich hinausmogeln konnten aus der hektischen Zeit der Neubausiedlungen und Industriegebiete, die herausgepurzelt sind aus dem Alltagslärm oder sich in kleinen Nischen versteckt haben, wo man sie nie erwartet hätte. Wer sie sucht wird sie auch finden.
Heike Heins, Buchholz
Eine Jährlingsspießerdoublette
Schon im letzten Jagdjahr war ich der Verzweiflung nahe. Als großer Verfechter eines 50% igen Jählingsabschusses wollte ich meinem Grundsatz treu bleiben und in jedem Jagdjahr einen Knopfbock oder zumindest einen Spießer erlegen. Doch es wollte scheinbar auch dieses Jahr nicht klappen. Und das diesjährige Jagdjahr begann so, wie das letzte. Gute jung veranlagte Böcke und auch Kapitale bekam ich in großen Mengen zu Gesicht. Doch es blieb bei Anschlagübungen. Aber Kümmerer schienen an den Hochsitzen, auf denen ich saß, ausgestorben zu sein.
Irgendwann wurde ich nur noch vom Grundsatz geleitete, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet und gab diesem Grundsatz folgend nicht auf.
Obwohl ich alles andere als ein Frühaufsteher bin, ging es heute in der Früh um 4.15 h hinaus. Eine Kanzel an einer großen Pferdekoppel, die mit dichtem Mischwald umgeben ist, wählte ich als Ansitz, weil sie gut in der Dunkelheit zu erreichen ist, ohne große Beunruhigung zu verursachen.
2 Stunden tat sich nichts, außer ein Schmalreh, was am Koppelrand äste.
Ich wollte schon abbaumen, als ein schwaches Reh auf der Koppel erschien und hektisch in den Wald zurückschaute. 2 kleine Spieße konnte ich erkennen. Ich legte die Waffe an und als ich mich zurecht rückte, stand ein zweites Stück Rehwild direkt daneben, ebenfalls ein Spießböckchen.
Im Knall lag der als erstes angesprochene Spießer und der zweite sprang nur wenige Meter ab. Schnell die Waffe geöffnet und eine neue Patrone geladen, anlegen und im zweiten Schuß zeichnete das zweite Spießböckchen und verschwand schwerkrank im Wald.
Sorgenvolle Gedanken gingen mir durch den Kopf. War die Entscheidung, beide zu schießen, unbedacht? War ich schlecht abgekommen in der Hektik?
Doch erst einmal den ersten Bock versorgen und während der roten Arbeit kam auch schon der Jagdaufseher.
Der herbeigerufene Hundeführer hatte wenig Arbeit. Schon 15 Meter nachdem der Kleine Münsterländer in den Wald eintauchte, kam der erlösende Ruf:"Hier liegt er". Glücklich standen wir vor dem längst verendeten Bock mit gutem Blattschuß.
Als ich gegen 8.30 Uhr auf dem Rückweg zur Kühlkammer nur wenige 100 Meter vor dem Dorfrand den Blick schweifen ließ, steht ein hochkapitaler Bock nur 30 Meter neben der Straße mit einer Gaiß im Gerstenacker.
Die weiblichen Stücke machen sie unvorsichtig. Die Blattzeit beginnt.
waidmannsheil
Euer
stefan
4.7.08
Als Jagdgast in einem vorbildlichen Niederwildrevier
Die meisten Leser ahnen es: Wenn ich einige Tage nichts ins Blog gestellt habe, dann bin ich wieder in Sachen Jagd unterwegs.
Wie schon seit über 30 Jahren verbringe ich einige geruhsame (Jagd)tage in meinem geliebten badischen Odenwald. Das Bauland, wie man das kleine Fleckchen Erde nennt, hat seinen ganz besonderen Reiz. Wenn man abends auf dem Hochsitz den Blick über die seichten Täler mit Wiesen und Äckern schweifen läßt, hat man den Eindruck , die Zeit ist hier stehen geblieben.
Außer den Windrädern am Horizont und den überdimensionalen Erntemaschienen ist alles so wie vor 30 Jahren, als ich das erste mal meine Ferien hier verbrachte. Weit ab der städtischen Hektik haben sich die freundlichen Menschen mit ihrer bodenständigen Art ein Refugium erhalten.
Doch auch jagdlich scheint hier die Welt noch in Ordnung. Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Jagdpächter werde ich über die neuesten Ereignisse informiert. Bei der Fahrt durchs Revier sehe ich wieder einige neu errichtete Kanzeln und Leitern. Beim Ansitz stellt man fest, dass sie liebevoll errichtet wurden und kein Ast versperrt die Sicht. Das 400 ha große Revier verfügt über 30 Kanzeln und Leitern, die sich in einem tadellosen Zustand befinden und die die abendliche Ansitzwahl zur Qual werden lassen. Auf fast jedem Ansitz hat man Anblick. Von den Hochsitzen hat man einen weiten Blick in die Wiesentäler, sodass man auch Wild in einigen hundert Metern Entfernung beobachten kann. Das Revier hat einen guten, aber nicht überhöhten Wildbestand.
Weht der Wind beim Ansitz vom Ort herüber, kann man es riechen: Der Grünkern wird geerntet, ein für das Bauland typisches Getreide, wird in den Grünkerndarren gedörrt. Der Geruch der rauchenden Grünkerndarren ist für mich mit der Bockjagd im Bauland untrennbar verbunden.
Da der Jagdpächter im Urlaub ist, steht mir sein junger passionierter Jagdaufseher Heiko zur Seite. Stolz berichtet er, welche Arbeiten er in den letzten Monaten verrichtete wurden und dass man mittlerweile über 7 Kunstbaue, die zur Fuchsbejagung angelegt wurden, verfügt. In einer großen Baggeraktion wurden sie an einem Tag angelegt.
Doch auch hier hat man Sorgen. Eine große Biogasanlage direkt in der Nähe hat große Maisschläge entstehen lassen. Zusätzlich sind große Anbauflächen von Raps entstanden, die den den Sauen, die es vor 10 Jahren hier noch nicht gab, beste Deckung bieten. Fast jeden Abend hört man sie oder sieht sie, aber sie zu bejagen kommt der Quadratur des Kreises gleich, zumal sie nach dem Abernten der Felder im Herbst verschwinden.
Es ist immer wieder eine Freude, in einem Revier jagen zu dürfen, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Es gibt sie noch, passionierte engagierte Jagdpächter, die mit Herzblut ein Revier pflegen und die weder Kosten noch Mühen scheuen, um ein vorbildliches Revier zu führen.
waidmannsheil
Euer
stefan
von
Stefan
am
Freitag, Juli 04, 2008
2
Kommentare
Links zu diesem Post
Labels: Hege, Jagdpacht, Reviereinrichtungen
3.7.08
Südtiroler Jagdportal rügt die fehlende praktische Jagdausbildung
Dass es mit der praktischen Jagdausbildung nicht zum Besten steht, merkt man, wenn in Gesprächen auf Jagdveranstaltungen das Thema Jungjäger diskutiert wird. Schnell kommt das Gespräch auf unerfahrene Jagdgäste, die im Schnellkurs den Jagdschein erworben haben, aber über wenig oder gar keine praktischen Erfahrungen verfügen.
In seinem Leitartikel spricht der Herausgeber des Südtiroler Jagdportals, der Jäger Walter Prader die teilweise katastrophalen Zustände der mangelhaften Jagdausbildung der Jungjäger aus. Da das Südtiroler Jagdportal eigentlich nicht für eine kritische oder gar reißerische Berichterstattung steht, sollte es den Jägern zu denken geben.
Zu einer Verbesserung der praktischen Jungjägerausbildung stehen alle Altjäger in der Pflicht. Der Artikel ist also in erster Linie ein Aufruf an die Jagdpächter, sich der Jungjägerausbildung anzunehmen.
Ich würde mich freuen, wenn dieser Leitartikel jeden einzelnen Jäger aufrüttelt, seinen Teil zur Jungjägerausbildung beizutragen.
waidmannsheil
Euer
stefan
Hier der Leitartikel des Südtiroler Jagdportals:
von
Stefan
am
Donnerstag, Juli 03, 2008
5
Kommentare
Links zu diesem Post
Labels: Ethik, Jägerschaft, Nachwuchs
27.6.08
Milan Kundera über Hunde
Jeder Hundeführer kennt es: Nach einem langen Spaziergang an einer Anhöhe im Gras liegen und mit dem Hund den Blick schwiefen lassen.
Der Schriftsteller Milan Kundera hat es treffend beschrieben:
"Hunde sind unsere Verbindung zum Paradies. Sie kennen nichts Böses oder Neid oder Unzufriedenheit. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen, kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langeweile war - sondern Frieden."
Milan Kundera