Es ist gerade einmal 2 Monate her, als die Bundesregierung das neue Waffengesetz verabschiedet hat und schon mehren sich die Stimmen, die das Gesetz für nicht praktizierbar halten.
Mit einem offenen Brief an Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat bereits der Jagdverein Lehrprinz e.V. den rüden Umgang der Behörden gegenüber Jägern gerügt.
Doch nun muß der Gesetzgeber im Bund sich von den Politikern auf Kreis- und Landesebene herbe Kritik bei der Umsetzung des Gesetzes gefallen lassen. Hier muß man nun mit den Kosten, die die Umsetzung des Gesetzes verursachen, klar kommen.
Das Gesetz fordert strenge Kontrollen bei der Lagerung der Waffen , die aber ohne Personalaufstockung nicht durchführbar sind.
Es zeigt sich erneut, dass die Verschärfung des Waffengesetzes aus reinem Populismus ohne Rücksicht auf die betroffenen Jäger, Schützen und Behörden erfolgte. Behörden und Waffenbesitzer dürfen nun gemeinsam die unüberlegte Gesetzesänderung ausbaden.
Doch ein noch viel größeres Problem ergibt sich durch diese Waffengesetzverschärfung:
Die Behörden werden kein zusätzliches Personal zugewiesen bekommen, schließlich sollen Personalkosten eingespart werden. Sie müssen nun Personalkapazitäten in den Bereichen der Strafverfolgung abziehen , um in einem Gebiet einsetzen, nämlich dem Kontrollieren von Jägern und Schützen, von denen nachweislich keine Gefahr ausgeht.
Die illegalen Waffenbesitzer wird es freuen, sind doch nun die meisten Polizei- und Ordnungsbeamten nun über Jahre mit der Kontrolle der Waffenschränke legaler Waffenbesitzer beschäftigt und so haben sie für viele Jahre vor der Polizei wegen deren Arbeitsüberlastung nichts zu befürchten.
Da kann man fast glauben, die Verschärfung des Waffengesetzes wurde durch Lobbyarbeit der illegalen Waffenbesitzer im Bundestag herbeigeführt. Andernfalls müssen sich unsere Politiker im Bundestag vorwerfen lassen , dass sie das neue Waffengesetz ausschließlich aus populistischen Gründen verabschiedet haben.
Über die Kosten, die das neue Waffengesetz verursacht, berichtet das Onlinemagazin der Nordsee Zeitung.
waidmannsheil
Euer
stefan
Waffenkontrolle wird zum Rohrkrepierer
Bramstedt.
Wer Sport- und Jagdwaffen besitzt, muss sie unter Verschluss lagern. Wer aber soll das kontrollieren? „Die Ordnungsämter sind damit überfordert“, meinen Schützen und Jäger. „Nicht jeder Landkreis wird das leisten können“, räumt Sebastian Edathy (SPD), Vorsitzender des Bundestag-Innenausschusses, ein.
Von Gerd Wöhlecke
10 Millionen legale Waffen sind in Deutschland registriert. Das Bundeskriminalamt schätzt die Zahl illegaler Waffen auf mindestens 30 Millionen. 97 Prozent aller Straftaten werden laut Polizeistatistik mit illegalen Waffen verübt. Bei der Bekämpfung des illegalen „Hier sind Gesetzgeber und Polizei gefordert“, waren sich die Teilnehmer eines SPD-Forums in Bramstedt einig.
Amoklauf 2002 eines 19-Jährigen in Erfurt (17 Tote), am 11. März eines 17-Jährigen in Winnenden (16 Tote): „Der Frust bei Schützen und Jägern, dass sie immer in der Schusslinie stehen, ist verständlich“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Faße. „Für mehr Sicherheit und zur Prävention aber ist das Gesetz ein wichtiger kleiner Mosaikstein.“
„Die steigende Zahl der Waffenschrank-Verkäufe belegt, dass das Signal ankommt“, so Edathy. Für Jörn Model von der Jägerschaft Bremerhaven-Wesermünde ist die häusliche Kontrolle, ob Waffe und Munition sicher gelagert sind, ein Eingriff in die persönliche Freiheit. „Das Waffen-Privileg muss auch Stichproben, die nicht verfassungswidrig sind, beinhalten“, hielt Edathy dagegen. „Das ist eine verhältnismäßige Belastung.“
Die Kontrollen erfolgen mit Voranmeldung. Wer sich wiederholt weigert, muss mit dem Einzug der Waffenbesitzkarte oder einer richterlichen Verfügung rechnen.
„Prävention aber kostet Geld und erfordert Personal“, traf Model den wunden Punkt. „Sonst ist jede Kosmetik am Waffengesetz Unsinn“, ergänzte die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Behrens.
„Aufgabe ernst nehmen“
Sie sieht für den Kreis Cuxhaven schwarz, weil es im Ordnungsamt nicht genügend Stellen für die zusätzliche Aufgabe gebe: „Er muss auf Druck der Kommunalaufsicht bei den Personalkosten 500 000 Euro sparen. Wer soll dann noch kontrollieren?“ Debatten in Landtag und Kreistag seien daher notwendig, „wenn wir die Aufgabe auch ernst nehmen wollen“.
Entlastungsvorschlag von Jürgen Wintjen, Präsident des Bezirksschützenverbands Bremerhaven-Wesermünde: Eigene Sicherheitsbeauftragte in den Vereinen, die im engen Kontakt zum Ordnungsamt die Mitglieder kontrollieren und beraten. „Sportwaffen sind gefährlich, der Sportler hat die Verantwortung“, so Wintjen. „Dies gilt auch für Degen und Bogen“, forderte er die Gleichbehandlung.
Unverständlich für ihn, dass das Paintballschießen, bei dem auf Menschen gezielt und mit Farbbeuteln geschossen wird, nicht verboten wurde: „Wir schießen nur auf Pappscheiben.“ Edathy: „Hier ist Augenmaß gefragt: Paintball hat mit Winnenden nichts zu tun gehabt.“ Auch Wintjens Kritik, dass Jungjäger bereits mit 16 Jahren Großkaliberwaffen benutzen können, prallte an ihm ab: „Der Jagdschein ist eine höhere Hürde als der Schützenverein.“
„Die Diskussion, bei der im Bundestag auch viel Unfug gefordert wurde, nur auf das Waffenrecht zu verkürzen, ist falsch“, so Edathy. Dazu gehöre auch eine konsequentere Aufarbeitung gesellschaftlich-sozialer Probleme, betonte auch Faße. Dies fange in den Vereinen, in Kommunen und Schulen, die aber um ihre Ausstattung mit Sozialarbeitern kämpfen müssten an. „Die Unterstützung der Schützen mit ihrer Jugendarbeit und der Jäger in der Region aber ist vorbildlich“, lobte sie.
11.7.09
Behörden mit dem neuen Waffengesetz personell überfordert
Jagdverpachtung Gittersdorf
Ausschreibende Stelle: Jagdgenossenschaft Neuenstein-Gittersdorf
Bundesland: Hessen
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Pachtbeginn: 1.4.2010
Submissionstermin: nicht angegeben
Die Jagdgenossenschaft in 36286 Neuenstein-Gittersdorf Kreis Hersfeld-
Rotenburg verpachtet ihren gemeinschaftlichen Jagdbezirk ab dem 01.04.2010 auf die Dauer von 10 Jahren.
Der Jagdbezirk liegt im Rotwildbezirk Knüll 5 km von der Autobahn Abfahrt BAB A7 Hersfeld-West.
Die bejagbare Fläche beträgt 313 ha, davon 183 ha Feld, 57 ha Wald und 0,6 ha Wasser(Flusslauf).
Vorkommende Wildarten: Rotwild, Rehwild, Schwarzwild, Enten etc.
Anfragen und Angebote richten Sie bitte an den Jagdvorstand: Albert Kempf Höhlganser Str. 8a 36286 Neuenstein-Gittersdorf, Tel. 06621/75166 E-mail: Kempfa1955@aol.com
Die Jagdgenossenschaft behält sich den Zuschlag vor und ist weder an das Höchstgebot gebunden, noch zur Zuschlagserteilung verpflichtet.
gez. Der Jagdvorstand
Luchse auch in den Alpen auf dem Vormarsch
Während das Erscheinen von weit umherziehenden Wölfen in neuen Regionen immer wieder mit einer großen öffentlichen Anteilnahme erfolgt, vollzieht sich die Einwanderung des Luchses eher "geräuschlos".
Nachdem in Deutschland die Ausbreitung des Luchses vom Bayerischen Wald und vom Harz aus erfolgt, wo der Luchs erfolgreich ausgewildert wurde, meldet nun auch Österreich die Einwanderung des Luchses aus Slovenien. Und auch aus der Schweiz wird eine stabile Luchspopulation aus dem Nordwesten gemeldet.
Über die Zunahme der Luchspopulation im alpinen Raum berichtet das Onlinemagazin "Umweltruf"
Rückkehr auf leisen Pfoten
Nach über 100jähriger Abwesenheit kehren die Luchse langsam in ihren alpinen Lebensraum zurück.
Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF. Neben stabilen Populationen in den Schweizer Nordwestalpen und der Grenze zwischen Ostösterreich und Slowenien gilt nun auch eine Rückkehr der ersten Raubkatzen in die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol als gesichert. „Vom österreichischen Lechtal aus ist es nur ein sprichwörtlicher Katzensprung bis in den deutschen Alpenraum und das Allgäu“, sagt Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz. Der WWF erwarte, dass sich die Luchse weiter im deutschsprachigen Alpenraum ausbreiten, schließlich sei dieser ein idealer Lebensraum für die scheuen Jäger.
Hauptbeutetiere des Luchses in den Alpen sind Rehe und Gämsen. Trotzdem gab es nach WWF-Informationen bisher keine größeren Konflikte in den betroffenen Regionen. Im Gegenteil: Artenschutz und Jagdinteressen scheinen beim Luchs auf modellhafte Weise ineinander zu greifen. „Wir freuen uns, dass die Jäger in Österreich sehr positiv auf den Luchs reagiert haben und hoffen, dass bei einer Rückkehr in den deutschen Alpenraum die Großkatze ebenfalls willkommen geheißen wird“, sagt Volker Homes. Der Artenschutzexperte des WWF verweist jedoch auf die notwendige Anpassung von Jagdbewirtschaftungsplänen hin: „Wenn Luchse im Revier sind, sollte sich dies auch in den Abschussplänen für seine Beutetiere niederschlagen.“
Grundvoraussetzung für Anpassungen sei aber die genaue Kenntnis über die Anwesenheit des Luchses, die nur durch eine gute Kooperation von Jagd und Naturschutz erreicht werden könne. Auch umfangreiche Informationsarbeit und offene Kommunikation mit allen Interessensgruppen sollen zu mehr Toleranz und Verständnis für den Luchs beitragen. „Der Luchs ist eine Bereicherung für den Alpenraum“, sagte Volker Homes. „Geben wir ihm gemeinsam eine Chance, hier wieder eine Heimat zu finden.“ In Deutschland gibt es gesicherte und stabil geltende Luchs-Populationen bereits im Bayerischen Wald und im Harz.
Weitere Beiträge zum Thema Luchspopulation:
Die Lust am Luchs- Das Auswilderungsprojekt Harzluchs findet breite Zustimmung bei Jägerschaft und Öffentlichkeit
"Der Luchs und die Jagd – aus der Sicht eines Biologen und Jägers" eine Stellungnahme des Wildbiologe Michael Fasel
von
Stefan
am
Samstag, Juli 11, 2009
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Labels: Naturschutz, Wildkunde
9.7.09
Apportiertraining mit 4 1/2 Monaten
Eigentlich stand ausschließlich der Umgang mit der Feldleine, das Einarbeiten des Grundgehorsams, Ablegen auf Entfernung und Reizangeltraining, sowie die Leinenführigkeit auf dem Programm, schließlich ist die kleine Magyar Viszla Hündin "Wilma" erst 4 1/2 Monate alt und noch weit entfernt davon, jagdlich ausgebildet zu werden.
Insbesondere die große Neugier des jungen Hundes bereitete der Führerein Probleme, ist Wilma doch ständig woanders, nur nicht beim Gehorsamstraining.
Doch nachdem die Arbeit am Grundgehorsam gute Fortschritte gemacht hatte, und die wichtigsten Kniffe und Tricks vermittelt waren, wie man Wilmas Aufmerksamkeit bekommt, wollte ich doch noch die von der Führerin bekundete Wasserfreude prüfen.
Passionierte, aber am Wasser noch unerfahrene, aber neugierigen Jagdhunde lassen sich am einfachsten motivieren, wenn man sie beim Arbeiten eines Artgenossen zusehen läßt.
Welcher Ehrgeiz geweckt wird, wenn wasserfreudige Hunde einem Artgenosen beim Apportieren zusehen, wurde bei den ersten Apportierveruchen bei Wilma deutlich, die noch nie zuvor mit einem Dummy gearbeitet hatte.
An einem Entwässerungskanal zeigte uns Wilma, was in einem 4 1/2 Monate alten Magyar Viszlar Welpen bereits an Apportierfreude stecken kann, wenn die Neugier und der Ehrgeiz geweckt werden:

Magyar Viszlar Hündin "Wilma", noch ganz Welpe
Aufmerksam beobachten die Hunde den Wurf des Dummies
DD Rüde Ajax bei seiner Königsdisziplin:
Apportierarbeit am Wasser
Aufmerksam beobachtete Wilma mit ihrer Führerin die Arbeit von Ajax.
Den nächsten Dummy soll Wilma holen und als ob sie noch nie etwas anders getan hätte greift sie den Dummy...
... und kommt zum Ufer, wo sie ohne Loslassen mit Dummy aus dem Wasser kommt.
Mit Ajax nach dem Apportiertraining zum Phototermin...
... scheint man ihr anzusehen, dass sie sichtlich stolz ist auf ihre Aportierarbeit ist.
waidmannsheil
Euer
stefan
von
Stefan
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Donnerstag, Juli 09, 2009
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Offener Brief an Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble
Jagdverein Lehrprinz e.V. Am Bahnhof 3
-Lehrrevier Brandenburg- 16259 Falkenberg (Mark)
0178/6141856
033458/64247
www.lehrprinz.eu
jagdblog@googlemail.com
Jagdverein Lehrprinz e.V. -Lehrrevier-Am Bahnhof 3, 16259 Falkenberg
Herrn Bundesinnenminister
Dr. Wolfang Schäuble
Bundesministerium des Innern
Alt-Moabit 101 D
10559 Berlin
Falkenberg/Mark,den 9.7.2009
Umsetzung des neuen Waffengesetzes
OFFENER BRIEF
Sehr geehrter Herr Minister Dr. Schäuble,
bevor wir uns als Jagdverein Lehrprinz e.V. mit einer Bitte an Sie wenden, möchten wir uns kurz vorstellen:
Der Jagdverein Lehrprinz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jungjäger an das praktische Jagen heranzuführen. Zudem bilden wir junge Jagdhundeführer in der Ausbildung von Jagdhunden aus, um eine tierschutzgerechte Jagd zu ermöglichen. Außerdem halten wir Fort- und Weiterbildungsseminare für ältere Jäger ab, da auch die Jagd in den nächsten Jahren vor großen Veränderungen steht.
In unserer Eigenschaft als Fortbildungseinrichtung werden wir, auch wenn es nicht direkt mit unserer Vereinsarbeit zu tun hat, mit der Umsetzung des neuen Waffengesetzes konfrontiert.
Seit einigen Wochen häufen sich bei uns die Beschwerden von Jägern über die Behörden, die mit der Umsetzung des Waffengesetzes beauftragt sind.
Nun möchten wir auf keinen Fall alle Behörden pauschal verurteilen, aber bei einigen Behörden hat man als Jäger das Gefühl, als potentieller Straftäter eingestuft zu werden.
Kaum ein Schreiben einer Behörde an einen Jäger, in dem nicht mit einem Ordungswidrigkeitsverfahren, einem Bußgeld oder gar mit dem Entzug des Jagdscheins gedroht wird.
Wir möchten Sie deshalb darauf hinweisen, dass es sich bei Jägern um Bürger handelt, die sich der weltweit schärfsten Jägerprüfung unterworfen haben und auch während des Erlernens des praktischen Jagens ständig zu verantwortungsbewußtem Handeln durch andere Jäger erzogen werden.
Die Erziehung zu verantwortungsbewußtes Handeln ist ein wesentlicher Bestandteil der Jagdausbildung. Ohne verantwortungsbewußtes Handeln ist die Ausübung der Jagd undenkbar. Wir Jäger verfügen deshalb über diese Eigenschaft, die aktuell bei Verfehlungen unserer gesellschaftlichen Eliten immer wieder gefordert wird und scheinbar in den letzten Jahrzehnten in anderen gesellschaftlichen Gruppen sträflich vernachlässigt wurde.
Zwar sind alle Jäger durch die Jägerprüfung und den regelmäßigen Umgang mit der Waffe jagd- und waffenrechtskundig, aber weniger als die Hälfte der Jäger sind Akademiker und nicht wenige Jäger schon im fortgeschrittenen Alter.
Diese große Menge der Jägerschaft ist oftmals mit den nicht enden wollenden aufgeführten Paragraphen und Ausführungsanweisungen in den Behördenschreiben schlichtweg überfordert und sieht sich gezwungen, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, befürchten doch viele Jäger bei der Nichteinhaltung der waffenrechtlichen Vorschriften den Jagdschein zu verlieren.
Nun kann es sicherlich nicht ein, dass wir Jäger bei jedem Schreiben einer Behörde unseren Anwalt aufsuchen müssen, nur um den behördlichen Auflagen gerecht zu werden.Die Verunsicherung unter den Jägern ist mittlerweile derart groß, dass viele mit dem Gedanken spielen, die Jagd aufzugeben, weil man ständig das Gefühl hat, als Besitzer einer Waffe durch die Behörden als potentieller Straftäter eingestuft zu werden.
Ich bitte Sie deshalb als Bundesinnenminister auf der nächsten Innenministerkonferenz auf die Innenminister der Länder dahingehend einzuwirken, dass die Behörden die Jäger nicht als potentielle Straftäter einstufen, sondern den verunsicherten Jägern Hilfestellung geben, wie das neue verschärfte Jagdgesetz umzusetzen ist.
Die nicht enden wollenden Strafandrohungen am Ende der Behördenschreiben sind nicht nur kontraproduktiv bei der Umsetzung des neuen Waffengesetzes, sondern treiben einen immer tieferen Keil zwischen Behörden und Bürger, was niemals im Interesse eines Rechtsstaates sein kann.
Das bisherige Vorgehen vieler Behörden ist, sollten diese keine anderen Weisungen erhalten, für uns Jäger absolut unzumutbar.
Damit Sie sich ein Bild über das momentane Verhalten der Behörden machen können, erlaube ich mir, Ihnen meinen Schriftverkehr mit den Behörden bezüglich der vererbten Waffen meines Vaters zu übersenden.
In der Hoffnung, dass Sie es schaffen, das Verhältnis zwischen Jägern und Behörden zu normalisieren
verbleibe ich
Ihr
Stefan Fügner
1. Vorsitzender des Jagdvereins Lehrprinz e.V.
3.7.09
Besenderter Wolf hat Polen durchquert und Weißrussland erreicht
Pressemitteilung des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“:
Der Anfang März im Nochtener Rudel besenderte Wolf „Alan“ hat am 30. Juni die EU-Grenze zwischen Polen und Weißrussland überquert. Zuletzt befand er sich auf weißrussischem Gebiet nahe der Litauischen Grenze. Davor verweilte der junge Rüde fast drei Wochen im Nord-Osten Polens, westlich des Biebrza-Nationalparkes. Seit 10 Tagen ist er wieder auf Wanderschaft. In dieser Zeit hat er den Augustow-Wald durchwandert, in dem nach Angabe der polnischen Wissenschaftler mehrere Wolfsrudel leben, und anschließend die Grenze zu Weißrussland überquert. Damit befand er sich am 30.Juni 670 km Luftlinie nordöstlich des Territoriums seiner Eltern.
Alans Bruder „Karl“, der im März bis zum ehem. Truppenübungsplatz Jüterbog wanderte, hält sich dagegen weiterhin in seinem Elternterritorium des Nochtener Rudel auf. Ab und zu unternimmt er Ausflüge in die Territorien der benachbarten Rudel.
Auch der dritte im Rahmen des F+E Vorhabens „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“ besenderte Wolf, hält sich weiterhin in seinem Heimatterritorium in der Lausitz auf.
Das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, geförderte Projekt soll helfen, das Verhalten von Wölfen die abwandern, zu erforschen. Die Erkenntnisse zum Ausbreitungsverhalten können in Managementpläne einfließen und auch bei der gezielten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zum „Neubürger Wolf“ genutzt werden.
Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“:
Am Erlichthof 15
02956 Rietschen Tel.:(035772)46762
Fax:(035772)46771
E-Mail:kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de
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Stefan
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Freitag, Juli 03, 2009
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29.6.09
3. Dograce in Darmstadt
Vom inzwischen traditionellen Dograce in Darmstadt bei Familie Götzfried berichtet dieses Jahr der Gastgeber Max Götzfried selbst.Gruppenphoto
Alle Photos vom Dograce
Photo: Kerstin Baldschun
3. Dograce in Darmstadt
von Max Götzfried
Liebe Gemeinde, ICH bzw. WIR haben zu danken, denn ein Erfolg ist es ja auch nur dieses Mal nur durch Euch geworden. Auch wenn die Teilnehmer leider nur etwa die Hälfte des Erwarteten waren, hatten glaube ich alle eindeutig ihren Spass.
Einen Heidenrespaekt zolle ich den Weitangereisten aus Hamburg, München, Berlin, Regensburg, Düsseldorf, Kleve usw, bei denen Felix mit seinen "585-einfach!" gewonnen hat, glaube ich. Ich hoffe doch sehr, daß sich die Anfahrt für Euch auch gelohnt hat und Ihr auch ein Erscheinen beim dograce IV in Erwägung zieht?
Mit Uli, Björn und Nico Gatzke sind die letzten Besucher immerhin erst am Sonntag Abend um 1900 nach Hause, das ist doch ein gutes Zeichen. Mit einem Schweinchen, einem direkt ab Erlegung mitgebrachtem Bock und 16 Tauben sind wir doch immerhin nicht vollkommen leer ausgegangen -schließlich sind wir ja auch noch ein Jagdforum! Wenn wir die drei zerwirkten Rehe und die ebenfalls zerwirkte Sau vom Samstag vormittag und die Aufstellung des Wildschadens-Notsitzes noch dazunehmen, dann waren wir sogar richtig aktiv!
Ich fasse mal zusammen:
Insgesamt schätze ich, dass an beiden Tagen zusammen immerhin 45 Besucher kamen. Die wiederum wurden begleitet von 9 Dackeln (inkl Filous fast komlette Nachkommenschaft im Alter von 10 Wochen), 4 Ridgebacks, 3 DKs, 2 Russels, 1 Drahthaar, 1 Weimaraner, 1 Golden, 1 Slowakischer Wolfshund,1 Magyaren, 1 wildschweinebeisserischer Omo und einem bemerkenswert wasserfreudigen schwarzem Schaf. Jedenfalls glaube ich, dass es ein Schaf war.
Es gab unter den Hunden nur zwei kleinere Kloppereien, dafür aber ein paar äußerst amüsante Deckversuche eines unerkannt gebliebenen Dackels, wirklich goldige Welpen, sehr "schöne" Hunde und rasante Spielereien. Wir hatten eigentlich gutes Wetter, recht zurückhaltende Prozessionsspinner, gute Laune, gutes Essen, offensichtlich sehr gutes Trinken, besonders wohl der Obstler... und einen formidablen Wolkenbruch der Güteklasse A. Den haben wir aber sehr amüsant und teilweise im Schuppen grillend überlebt.
Grünrocker und Acker-Securities waren ordentlich vertreten, aber selbstverständlich wurden insbesondere CDV-Präsident von Quadt, Bierkönig Arndt der Erste (und Letzte), Olle McDoerter und weitere schmerzlich vermisst. Arndt hat übrigens per Sms von einem Camelrace in Abu Dhabi gegrüßt, das nenn ich mal Heimattreue!
Allerdings musste Björn den Bierbeständen aufgrund der Absage der Herren Doerter und Hedtkamp fast alleine den Kampf ansagen, was er auch bis zum halbnackten Einschlafen mitten in einem verbalen, lokalpatriotisch geführten Schlagabtausch aufopfernd probiert hat. Dann verließen ihn offensichtlich die Kräfte, was sein Verbal-Konkurrent Rusböldt sofort gleichfalls mit Einschlafen quittierte.
Und unser Italiener isn Knaller, gelle? Und das nach mindestens zwei Weltkriegen, wenn Gatzke I ihn richtig verstanden hat. Aber das glaube ich nicht, den versteht nämlich NIEMAND richtig. Ist ja auch erst seit 50 Jahren mit ner Deutschen verheiratet...
Sonderlob an:
-Ralf, weil wegen der wie immer tatkräftigen Unterstützung in jede Richtung
-Meinem Azubi Florian, weil wegen siehe oben -Nico (=Gatzke II), der für das Aufräumen ungefragt extra nochmal anreiste (!), dafür aber nen richtigen Sch...tag kassierte -oder besser Kotztag ;-)
-Hans Gerd für die Todsuche in aller Herrgottsfrühe -ich hab die Keule auch vergessen. Wir sind also quitt... -Das kreative Frl. Will, welches heldenhaft Ihre erste Wildschweinpirsch überstanden und mit Abstand das beste Premieren-Aufbrechen hingelegt hat, das ich je gesehen habe
-den ehrenwerten Zirkusdirektor Weigel, der gezeigt hat, das ein Zelt ohne Weiteres einen Hektar abdecken kann -den ich dafür aber leider vergessen habe, die Wildschweinschalen noch zu geben. Sorry!
-dem Futtersevice, die Unmengen Futterproben zur Verfügung gestellt haben.
-das Aufräum-Team, hat hervorragend funktioniert, wir hatten aber auch Sonntag noch n paar gute Lacher.
Auf ein Neues, würd ich sagen...?
von
Stefan
am
Montag, Juni 29, 2009
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Die Dreifelderwirtschaft in den Zeiten der EU
Die Dreifelderwirtschaft ist eine Art der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, um einerseits den Ertrag zu steigern, andererseits aber den Boden nicht über zu strapazieren um eine nachhaltige Nutzung auch über mehrere Generationen zu gewährleisten.
Die Fruchtfolge lautete:
Sommerfrucht, Wintergetreide und Brache.
In der Zeit nach dem Krieg, als der Wiederaufbau und der Flüchtlingsstrom aus dem Osten der Bundesrepublik das berühmte Wirtschaftswunder bescherte, sprach man scherzhaft von einer modernen Form der Dreifelderwirtschaft, die Fruchtfolge lautete:
Sommerfrucht , Wintergetreide und Bauland.
Viele Landwirte, deren landwirtschaftliche Flächen am Stadtrand der prosperierenden Städten lagen, verkauften ihre Äcker und hatten oft für den Rest des Lebens ausgesorgt.
Nun will man niemandem seinen beruflichen Erfolg missgönnen, aber oft hat man bei unseren Landwirten den Eindruck, dass das Jammern zum Berufsstand gehört, wie der Traktor.
Viele Jäger beklagen sich, dass die Zunahme der Schwarzwildbestände von den Landwirten dazu genutzt wird, sich eine zusätzlich Einnahmequelle zu erschließen. Seit einigen Jahren macht scherzhaft eine neue Fruchtfolge die Runde.
Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse, EU Subventionen und Wildschadenvergütung
Nun müssen zweifelsfrei Schäden ersetzt werden und auch hier soll dies nicht in Frage gestellt werden.
Aber:
Nachdem die EU festgelegt hat, dass alle Subventionszahlungen an die Bauern namentlich veröffentlicht werden müssen, haben wir Jäger zumindest die Möglichkeit, bei Verhandlungen über Wildschäden, im Internet die Zuwendungen des durch Schwarzwild geschädigten Bauern nachzusehen.
Das Nachschlagen der Beihilfen des Bauern im Internet gibt uns zumindest die Möglichkeit, Subventionen und zusätzlich geforderten Wildschaden ins Verhältnis zu setzen und argumentativ ins Feld zu führen, wenn es darum geht, den Schaden zu beziffern, schließlich sind einige tausend Euro Wildschaden für einige Pächter oft schwer zu verschmerzen, zumal er diese von seinem versteuerten Einkommen zu begleichen hat.
Ich bitte deshalb alle Jäger, vor den Verhandlungen mit dem geschädigten Bauern einen Blick ins Suchregister zu werfen, den Ort des Jagdbogens einzugeben und sich dort die EG Beihilfen des geschädigten Bauern anzusehen.
Ich bin mir sicher, dass diese Kenntnisse über geleistete EG Beihilfen bei der einen oder anderen Verhandlungen dienlich sein kann.
Hier die Suchmaske der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
waidmannsheil
Euer
stefan
von
Stefan
am
Montag, Juni 29, 2009
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Labels: Jagdpacht, Jägerschaft, PR
Baumaßnahmen in der Lausitz bedrohen die Wolfspopulation
Der unbändige Wandertrieb setzt der Wolfspopulation in der Zivilisation mit ihren Verkehrswegen enge Grenzen.
Das Bild zeigt einen Wolfswelpen des Nochtener Rudels, der im Januar von einem Zug überfahren wurde. Wenig später wurde die tote Wölfin bei Reichwalde gefunden. Sie stammte ebenfalls aus dem Nochtener Rudel. Foto: Lupus (alles-lausitz.de)
Immer wieder wird auf die Gefahren hingewiesen, die vom Wolf ausgehen. Doch Ungemach droht der Wolfspopulation nicht durch Jäger.
Gleich mehrere Infrastrukturmaßnahmen in der Lausitz werden in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem für die Wölfe.
Es ist der unbändige Wandertrieb, der die Wölfe erfasst, wenn sie geschlechtsreif werden und sich auf die Suche außerhalb ihres Heimatgebietes machen, um einen Partner zu finden, mit dem sie ein neues Rudel gründen.
Welche Strecken ein solcher Jungwolf zurücklegen kann, berichteten wir im Beitrag "Lausitzer Wolfsrüde "Alan wandert 1000 km weit".
Doch genau dieser Wandertrieb könnte den Wölfen in der Lausitz nun zum Verhängnis werden. Gleich mehrere aufwendige Infrastrukturmaßnahmen sind im Verbreitungsgebiet der Wölfe in der Lausitz beplant.
Von der Gefahr, die durch diese Baumaßnahmen ausgeht , berichtet das Onlinemagazin der Sächsichen Zeitung :
Bagger, Züge und Autos sind Feinde des Wolfs
Von Wulf Stibenz
Wenn Tagebau, Bahn oder Straßen kommen, müssen die Wolfsrudel von Dauban, Truppenübungsplatz und Nochten weiterziehen.
Drei Wolfsrudel leben auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Oberlausitz. „Die fühlen sich wohl bei uns“, sagt der Kommandant des Tüps, Oberstleutnant Lutz Pauketat. Dass auf dem Gelände scharf geschossen werde, Panzer querfeldein fahren und durchaus mal mehrere Tausend Soldaten durchs Gelände gehen, ist für den Wolf kein Problem. Er umgeht sie.
Der Tagebau im Wolfsrevier
„Ein Wolf wittert Menschen mehrere hundert Meter im Voraus“, sagt Markus Bathen, Wolfsbeauftragter des Naturschutzbundes für die Lausitz. Es wäre also ein Zufall, wenn ein Soldat beim Biwak einen Wolf sieht. „Ich habe jedenfalls noch keinen gesehen“, so Pauketat. Er sagt aber auch, dass Veränderungen anstehen. „Wir verlieren zwei Fünftel unseres jetzigen Geländes, wenn Vattenfall im Tagebau Reichwalde wieder Kohle fördert.“
Genau im Abbaufeld ist das Revier eines der fünf Lausitzer Wolfsrudel. Die Bundeswehr erhält von Vattenfall Ausgleichsflächen. Der Wolf muss sich selbst kümmern. „Das ist kein Problem“, sagt Bathen. Durch den Tagebau verlagere der Wolf vielleicht seinen Ruheplatz, flüchten würde er nicht. „Zudem sind junge Rekultivierungsflächen anziehend für Wildtiere, das sehen wir bei Nochten“, erklärt Bathen. Der Wolf ist anpassungsfähig.
Die Straße als Falle
Etwas anders sieht es bei den Bundesstraßen aus. Die Wolfsexperten haben Anträge geschrieben, damit bei der Sanierung der Bundesstraße 156 an Reviergrenzen zum Nochtener Rudel Wildzäune oder Wolfswarnschilder für Autofahrer aufgestellt werden. „Der Wolf sieht das Auto nicht als Gefahr, alte schaffen es über die Straßen, aber Welpen oder Jährlinge nicht immer“, sagt Ilka Reinhardt (Lupus). Zwei Jungwölfe sind jüngst dort ums Leben gekommen. Prävention wäre für die Wolfspopulation vorteilhaft. „Zäune oder ähnliche Maßnahmen gibt es an der B156 nicht“, sagt nun Roland Schultze, Chef des Straßenbauamtes Bautzen, das die Straße saniert. Kein Geld für Prävention.
Die Bahn als Gefahr
Nicht besser sieht es bei dem Vorhaben der Deutschen Bahn aus, die Strecke Knappenrode-Horka zweigleisig und elektrifiziert für den Güterverkehr herzurichten. „Wildschutzzäune neben den Gleisen wird es nach derzeitiger Planung nicht geben“, sagt Ulrich Mölke, Chefplaner der Strecke. Ein Zaun zerschneide die Landschaft, vor allem in Naturschutzgebieten ist das nicht durchsetzbar. Dass es den roten Milan, den Seeadler, manch seltenes Getier und eben den Wolf in der Region gibt – wo nach 2014 gut 180 Züge am Tag zwischen 100 und 160 km/h fahren, weiß Mölke. „Wir stehen in engem Kontakt mit Umweltbehörden und Naturschutzorganisationen“, sagt der Planer. Aber Prävention ist auch hier nicht angedacht. „Aber es wird ein Wolfsmonitoring geben, um herauszufinden, wie der Wolf mit der Bahn klar kommt“, sagt Mölke. Das stimmt Jana Schellenberg vom Wolfs-Kontaktbüro in Rietschen nicht hoffnungsvoll. „Es ist zu befürchten, dass der Ausbau der Strecke zu vermehrten Wildunfällen führt“, gibt sie zu Bedenken. Schellenberg verweist auf den Unfall Ende Januar. Da wurde ein junger Wolf auf der Bahnstrecke zwischen Weißwasser und Rietschen von einem Zug getötet. „Zur Minimierung der Unfallgefahr könnte die Strecke gezäunt und mehrere Wildbrücken geschaffen werden“, so Schellenberg. Gibt es das nicht, sieht es schlecht für den Wolf aus. „Die Züge fahren schneller und durch die Elektrifizierung leiser – das ist eine ernste Gefahr“, sagt Bathen.
von
Stefan
am
Montag, Juni 29, 2009
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Labels: Hege, Naturschutz, Wildkunde, Wolfspopulation
24.6.09
Der törichte Jäger
und jagte mit erhitzten Wangen
bis in den späten Abendschein.
Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,
er kehrte müde und zerschlagen
in seine warme Hütte ein.
Da saß in schlichtem Werkelkleide,
dem wilden Jäger schier zuleide,
am Herde eine stille Magd.
Sie reichte ihm den Trunk, den Bissen
und ging zu Hand ihm, dienstbeflissen,
wie es dem müden Mann behagt.
Sie hatte still sich eingefunden
und ungefragt, vor Jahr und Stunden,
und ihre Treue nahm er hin.
Heut saß sie blaß zu seinen Füßen;
er ließ sie seinen Unmut büßen,
das flücht’ge Wild lag ihm im Sinn.
»Und muß ich mich zu Tode hetzen,
es soll mein heißes Herz ergetzen,«
rief er und rief sein letztes Wort
und kehrte grollend ihr den Rücken
und setzte über Traumesbrücken
die Jagd nach seinem Wilde fort.
Am Morgen, eh’ die Vögel girrten,
erwacht’ er. Seine Blicke irrten
schlaftrunken über Bett und Wand
und hin zum Herd. Da stand im Scheine
des Feuers, bleich am weißen Steine,
die Magd, ihr Bündel in der Hand.
»Wohin? Was treibt dich?« - »Laß mich wandern,
mein Dienst gehört jetzt einem andern,
leb wohl, ich kehre nicht zurück.«
Schon stand sie draußen an der Pforte,
er hört nur noch die Abschiedsworte:
»Vergiß mich nicht, ich war das Glück.«
Gustav Falke
23.6.09
Gefährden hohe Abschusspläne den Sikawildbestand im Sauerland?
Über die Bejagung des in Deutschland eher selten vorkommenden Sikawildes ist ein heftiger Streit zwischen den Forstbehörden im Sauerland und dem Sikawildexperten Ernst Eick entbrannt.
Die allgemein von den Forstbehörden geforderte Bestandsreduzierung macht auch vor dem größten Sikawildvorkommen im sauerländischen Arnsberg nicht halt. Der Sikawildexperte und Buchautor Ernst Eick sieht den Bestand langfristig gefährdet.
Während die Forstbehörden, die von einer "ministeriell abgesegnete Zielgröße" sprechen, sieht Ernst Eick den Bestand durch "aberwitzige Abschusspläne" gefährdet.
Über den Streit zwischen Sikawildexperte und Forstbehörde berichtet das Onlinemagazin der Westdeutschen Allgemeinen:
waidmannsheil
Euer
stefan
Im Arnsberger Wald werden seltene Sikahirsche gejagt
Arnsberg. Sikahirsche kommen aus Asien, doch seit einem guten Jahrhundert leben sie auch im Arnsberger Wald. Es ist der größte Bestand in Deutschland. Doch die seltenen Tiere werden gejagt. Das stößt auf Kritik.
An einer Biegung wird das wegbegleitende Grün dünner und gibt den Blick frei auf eine saftige Waldwiese. Und dann stehen sie da: zwei Stück Sikawild. Friedlich äsend im hüfthohen Gras. Unsere Anwesenheit scheint sie nicht zu stören. Sikawild hat sich perfekt an den Lebensraum angepasst. Trotzdem soll es der Tierart, die an Rehe erinnert, an den Kragen gehen. Im Arnsberger Wald steht Sika auf der Abschlussliste.
500 Tiere enden jährlich als Braten
Vor wenigen Jahren noch war sogar von Ausrottung die Rede. „Eliminierung des Bestandes” schlug ein 2-Varianten-Gutachten vor, das die Obere Forstbehörde 2005 in Auftrag gegeben hatte. Obwohl das eigentliche Ziel, nämlich die Zertifizierung als naturnahes Forstamt, erreicht ist, verfolgt man offensichtlich die konsequente Reduktion der Bestände. Etwa 500 Tiere jährlich enden in den letzten drei Jahren als Wildbret. „Mehr, als für die Population gut ist”, sagt Ernst Eick, Buchautor und Fachmann, wenn es um Sikawild geht.
1936 aus dem Gehege entkommen
Eick berichtet, dass die mittelgroße Form des Sikawildes im Bereich Arnsberg ursprünglich aus Ostasien stammt. Es war im Jahr 1893, als Baron von Donner einige Tiere ins Sauerland brachte, um eine Population als Parkwild in seinem 800 Hektar großen Wildpark zu halten.
Während der Sikahirsch als Rohstofflieferant für chinesische Apotheken in Asien fast ausgerottet wurde, geschah in Arnsberg das Gegenteil. Als dann während des großen Schneebruchs im Jahre 1936 der Zaun beschädigt wurde, entkamen einige Sikas in die freie Wildbahn. Auf Wunsch der benachbarten Grundeigentümer wurden sie dort auch belassen. Es sollte sich außerhalb des Parks eine Population etablieren.
Größter Bestand im Arnsberger Wald
„Heute haben wir im Arnsberger Wald, also zwischen Möhne und Ruhr, einen reinrassigen Bestand, und den größten in Deutschland”, sagt Ernst Eick, der sich seit Jahren gegen die massive Bejagung dieser längst heimisch gewordenen Wildart einsetzt. „Immer wieder ging es um die Ausrottung der Sikabestände, weil die Art nicht faunagerecht sei”, fasst Eick zusammen. Der Fachmann berichtet von großangelegten staatlichen Jagden, um „aberwitzige Abschusspläne” einzuhalten.
Neues Wildtiermanagement
„Drückjagden gehören zu üblichen Jagdstrategien”, hält Jan Preller, Sprecher des Lehr- und Versuchsamtes Arnsberger Wald entgegen. Auf Anfrage unserer Zeitung betont er, dass eine Reduktion auf Null keineswegs Ziel der Behörde sei. Im Gegenteil: Man sei sich durchaus der Verantwortung für diese besonders reine Population bewusst.
„Nicht nur aus diesem Grund entwickeln wir derzeit ein ganz neues Wildtiermanagement, das eine Kooperation mit der privaten Jägerschaft vorsieht.” Es müsse darum gehen, die Interessen der Jagdausübenden und die Interessen der Forstwirtschaft unter einen Hut zu bekommen.
Damit hebt Preller ab auf den Verbiss junger Pflanzen durch das heimische Reh-, Rot- aber auch durch Sikawild. Größere wirtschaftliche Schäden entstehen durch das Abfressen der Rinde (Schälschaden). „Besonders nach Kyrill setzen wir auf die natürliche Verjüngung des Waldes”, sagt Jan Preller, der auf eine „ministeriell abgesegnete Zielgröße” von 500 Stück Sikawild im Arnsberger Wald hinweist.
Dazu Sika-Experte Ernst Eick: „Diese Zielgröße unterstellt eine gleichmäßige Verteilung des Bestandes auf den Arnsberger Wald. Die Standorttreue der Sikas führt aber bei verstärkter Bejagung in den Kernzonen zu einem Sogeffekt: Die Tiere bewegen sich zu den Kernrevieren. Die Randreviere werden sikawildfrei, verlieren auch an Wert für die Grundeigentümer. Ein Gesamtbestand von 500 Stück ist somit nur eine theoretische Größe.”
Dass die Reduzierung des Bestandes längst begonnen hat, beweisen die Abschusspläne: Während sich die genehmigten Abschüsse in den Jagdjahren vor dem Gutachten um 400 Stück pro Jahr bewegten, stiegen sie nach dem Gutachten (also ab 2006) auf etwa 600 an. Im abgelaufenen Jahr wurden gar 673 Sika zum Abschuss freigegeben. „Das wird der Bestand auf Dauer nicht aushalten. Die Sozialstruktur wird auseinanderbrechen”, befürchtet Ernst Eick.
Er genießt beim eingangs erwähnten Reviergang den Anblick der beiden Sikas auf der Lichtung. Die Tiere heben den Kopf, dann äsen sie weiter. „Das macht die Sikas für Waldbesucher und Wildparks so interessant”, sagt Ernst Eick. Er weiß nur zu gut, dass der Arnsberger Wald auch wegen seines Sika-Bestandes von Touristen besucht wird. Und während wir noch die weißen Tupfen auf dem braunen Fell bewundern, trollen sich die beiden Tiere. Fast gemächlich verschwinden sie im Unterholz, das seit fast 120 Jahren Heimat für diese Art geworden ist.
22.6.09
Lausitzer Wolfsrüde "Alan" wandert 1.000 km weit
Die Wolfsforschung ist für einen Biologen sicherlich eines der interessantesten Gebiete, schon deshalb, weil viele Verhaltensweisen des Wolfes noch im Dunkeln liegen. Dank der Einbürgerung in der Lausitz und aufgrund der fortschreitenden Technik (GPS) kann dieser Forschungsbereich nun auch in Deutschland betrieben werden.
Ein noch wenig erforschtes Gebiet ist die Wanderbewegung der jungen Wölfe, nachdem sie ihr Gebiet, in dem sie geworfen wurden, verlassen haben.
Ein in der Lausitz geworfener Wolfsrüde wurde nun 1.000 km weiter östlich in Polen über GPS geortet.
waidmannsheil
Euer
stefan
Über die Ortung des Wolfes "Alan", der in der Lausitz geworfen wurde, berichtet das Onlinemagazin Newsticker:
Lausitzer Wolf seit knapp drei Wochen im Nordosten Polens
Rietschen (ddp-lsc). Der Anfang März mit einem GPS-Sender versehene Wolf Alan befindet sich derzeit etwa 90 Kilometer vor der Grenze zu Weißrussland. Seit knapp drei Wochen verweilt der Wolfsrüde im Nordosten Polens, wo das Verbreitungsgebiet der baltischen Wolfspopulation beginnt, wie das Kontaktbüro «Wolfregion Lausitz» am Samstag in Rietschen mitteilte.
Alan hatte den Angaben zufolge vor acht Wochen sein Elternrudel in der Lausitz verlassen und mehr als 1000 Kilometer zurückgelegt. Sein Bruder Karl und ein dritter mit einem Sender versehener Wolf halten sich dagegen nach wie vor in der Lausitz auf, hieß es.
Die Tiere wurden für eine Pilotstudie zur Ausbreitung von Wölfen mit Sendern versehen. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz vom Bundesumweltministerium gefördert.
In der Oberlausitz wurden 1998 die ersten Wölfe gesichtet. Derzeit leben nach Angaben des Umweltministeriums in Sachsen 40 bis 45 Wölfe in fünf Rudeln. Seit 2000 sind in der Oberlausitz mehr als 80 Wolfswelpen geboren worden, von denen aber viele abwanderten und einige starben.
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Freilebende Wölfe in Brandenburg geboren
von
Stefan
am
Montag, Juni 22, 2009
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Labels: Hege, Naturschutz, Wildkunde, Wolfspopulation
