29.1.09

Sauenvorkommen auf 80% der Fläche der Ostalb

Früher waren die Reviere auf der Alb schöne Niederwildreviere, als repräsentative Hochwildjagden wenig interessant und auch für Jäger mit wenig Ambitionen zum Hochwild deshalb auch erschwinglich.
Zudem war der karge Boden der Alb und die strengen Winter auch für die Sauen wenig attraktiv. Nur vereinzelt verlief sich mal eine Sau dorthin. Der Erleger kam dann auch gleich mit Photo in die lokale Zeitung, so selten waren Sauen dort.

Doch seit die Sauen nun auch im Ländle gibt und sie durch den Wildschaden dem sparsamen Schwaben ans wichtigste, den Geldbeutel gehen, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei.

Aber die Schwaben sind einfallsreich und entwickeln individuelle Wildschadensersatzmodelle.

waidmannsheil

Euer

stefan


Über das Drama der Sauenprobleme auf der Ostalb berichtet das Onlinemagazin der Schwäbischen Post


Wildsauen vergraulen Jagdpächter

Jagdgenossenschaften behelfen sich mit unterschiedlichen Modellen zur Schadensregulierung Man kann es flapsig formulieren: Die Natur lässt die Sau raus – diese haust saumäßig und vergrault die Jagdpächter. Weil, nun vornehm gesprochen, das Schwarzwild immer größere Schäden anrichtet, können manche Jagdflächen kaum noch verpachtet werden. Warnt der Landesjagdverband. „Stimmt“, bestätigt der Gmünder Kreisjägermeister Albrecht Bucher.

von Anke Schwörer-Haag


Ostalbkreis. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen die Jäger sich über die Renaissance der nach dem Krieg fast ausgerotteten Wildschweine freuten. Damals, erinnert der Ellwanger Forstdirektor Reinhold Elser, habe es höchstens im hinteren Kochertal oder auf der Alb bei Bartholomä noch vereinzelte Exemplare des schlauen Tieres gegeben, dessen Jagd wegen der besonderen Herausforderung immer reizvoll sei.
Inzwischen gebe es Wildschweine auf rund 80 Prozent der Ostalbkreis-Fläche – und in Jahren mit milden Wintern vermehre sich eine Rotte um bis zu 300 Prozent. Um das Level einigermaßen zu halten, werden Wildschweine stark bejagt. Trotzdem ließen sich Schäden nicht vermeiden und es werde langsam schwierig, für besonders schadensträchtige Jagden Pächter zu finden. Elser nennt als beim Wildschwein beliebte Gegenden Rosenberg und Jagstzell, den Raum um Neresheim und Dorfmerkingen sowie Lorch, Gschwend und Bartholomä.

Dass einige Jagdpächter inzwischen ernsthaft mit dem Gedanken spielen, ihre Verträge nicht zu verlängern, liegt an der bislang geltenden Aufteilung der Rechte und Pflichten: Es sei gang und gäbe gewesen, dass der Jagdpächter den Wildschadensersatz zu 100 Prozent zu tragen hatte. Weil die Schadensforderungen inzwischen Ausmaße annähmen, die der Privatmann nicht mehr tragen könne – der Landesjagdverband spricht von bis zu 7000 Euro im Jahr – gibt es inzwischen flexible Modelle. Kreisjägermeister Albrecht Bucher kennt aus dem Gmünder Raum alle Varianten: „Es gibt Jagdgenossenschaften (Grundstückseigentümer), die senken die Pacht. Es gibt Deckel-Modelle, bei denen der Wildschaden die Pacht nicht überschreiten kann (den Rest übernimmt die Jagdgenossenschaft). Und es gibt die Variante, dass Pächter und Genossenschaft sich den Schadensersatz teilen“. Eine Versicherung gebe es leider nicht, erklärt Bucher. Landesweit werde aber derzeit die Idee einer Ausgleichskasse diskutiert, aus der Zuschüsse für besondere Brennpunkte gezahlt werden könnten.



Den vollständigen Artikel kann man hier nachlesen.

1 Kommentar:

torsten pflittner hat gesagt…

In BaWü gibt es nun Kreisvereine des Bauernverbandes, die explizit ihren Landwirten anbieten, den Jagdschein zu machen. Später mehr dazu.