18.11.13

„Jägern geht es nur um Trophäen“




Nach Ansicht von Brandenburgs Nabu-Vorstand Helmut Brücher sind die Jäger schuld an den steigenden Tierbeständen im Land. 


Nabu-Landesvorstand Helmut Brücher über Gründe für den Anstieg der Reh-, Hirsch- und Wildschweinbestände in Brandenburg – und die für ihn richtige Art zu jagen.

Herr Brücher, die Wildtierbestände in Brandenburg haben zuletzt deutlich zugenommen. Landwirte und Forstleute beklagen zunehmende Schäden durch den Appetit der Tiere auf junge Baumtriebe und Feldfrüchte. Gefordert wird eine intensiviere Bejagung. Zu Recht?


Besser wäre eine geänderte Bejagung. Verstärkung heißt ja einfach nur mehr, aber weiter wie bisher.

Was läuft aus Ihrer Sicht bisher falsch? 

Die Grundfrage ist doch, haben wir trotz oder gerade wegen der Jagd so viele Paarhufer, also Rehe, Hirsche und Wildschweine. Tatsache ist, dass die Jäger durch die Fütterung und Kirrung der Tiere, also das Anfüttern für den Abschuss, eine natürliche Selektion, zu der auch die Wintersterblichkeit gehört, verhindern. Die von der Jägerschaft immer so hochgehaltene Hege, stellt in der Praxis nichts anderes dar, als die einseitige Förderung von guten Tieren, die der Jäger gerne erlegt und teilweise sogar die Vernichtung von vermeintlich bösen Predatoren, die aber im Naturhaushalt eine wichtige Aufgabe haben. Insbesondere bei Wildschweinen führt dies dazu, dass die Tiere das ganze Jahr über, auch schon im jungen Alter, Nachwuchs bekommen und dieser Nachwuchs auch bei Frostlagen überleben kann. Die bisherige Jagdmethode einer fast ganzjährig ausgeübten Jagd vom Hochsitz aus erfordert es, dass der Jäger dafür sorgt, dass die Tiere, die er erschießen möchte, bei ihm am Ansitz vorbeikommen. Das erfordert Fütterung, Kirrung und hohe Wildbestände. 

Die Jäger haben also ein besonders großes Interesse an hohen Wildbeständen?

Ja.
 
Das vollständige Interview kann man auf dem Onlineportal der Potsdamer Neuesten Nachrichten nachlesen


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Moin, Stefan.

Jeder, der mich kennt, der meine Jagdseite kennt, weiß, dass ich in vielen Dingen mit dem guten Herrn Brücher Übereinstimme. Aber, und das vermeidet er ängstlich zu erwähnen, diese Dinge sind nicht auf dem Mist des Herrn Brücher gewachsen, schon mal gar nicht auf dem Mist des NABU. Sondern sie sind seit vielen, vielen Jahren von Wildbiologen und von Jägern erarbeitet worden. Zu Zeiten, als die NABU- Leute noch das infantil- dämliche Lied von „Karl dem Käfer“ gesungen haben. Und dass es in etlichen Fällen Probleme mit der Umsetzung dieser Erkenntnisse geht, ist auch klar. Ich habe im Mai dieses Jahres wieder ein schlagendes Beispiel selbst erlebt.

Brücher stellt die Jagd nicht in Frage. Tut keiner von diesen Geistes- Heroen. Sie streichen immer wieder heraus, dass sie nötig ist. Na dann, tut endlich was für diese Welt, für die Natur, statt immer nur herumzuschreien und Millionen an Spenden und Steuergeldern an Eure Vorstände zu verteilen.

Was mir bei diesen Übermenschen aber immer so auf die Eier geht, ist der unbedingte Anspruch auf den alleinigen, absoluten Besitz aller Erkenntnis. Die ganz einfache Frage, die eigentlich auf der Hand liegt, hat noch nie einer gestellt: Warum, wenn das alles so einfach ist, hat noch nie ein NABU- Fuzzy es gemacht? Das wäre doch so einfach nach der reinen Lehre: Den pieseligen Jagdschein machen (ist doch sowieso mit links gemacht) und dann frisch- fromm- fröhlich ans Werk. Um´s den Gamsbart- Jägern da mal zu zeigen.

Ich will Euch sagen, warum nicht: Nicht., weil sie´s nicht könnten. Nein, allein aus dem ganz banalen Grund, dass sie dann beweisen müssten, wie gut sie sind, statt immer nur zu muloppen. Und weil sie damit ihre bestens bezahlten reinen Stänker- Posten gefährden würden.

Ich hab´ nun mal ein Problem mit verlogenen Pharisäern.

Manfred Nolting
Ein Jagdmensch

Axel Plümacher hat gesagt…

Ich wüßte wohl was der NABU Onkel und die Zeitung machen müßten wenn ich es zu sagen hätte, habe ich aber nicht und das ist auch gut so aber eben auch schwierig mit der Demokratie. Mit unseren zur Verfügung stehenden Strukturen bekommen wir diese Propaganda nicht in den Griff. da helfen nur Sachargumente auf höchster Ebene ( Das läuft ja, auch wenn es den meisten von uns Jägern verborgen bleibt ) und ansonsten zur allgemeinen Meinungsbildung nur Gegenpropaganda. Dafür müßten aber erst einmal die Strukturen geschaffen werden und wie das in Gang kommen soll habe ich keine realistischen Vorstellungen nur Träume, aber die sollen ja manchmal Wirklichkeit werden