18.6.08

Antworten des Tierheims Heilbronn auf die Presseanfrage des Jagdmagazins "Die Pirsch"

Auf vielfachen Wunsch veröffentlicht dasJagdBlog die Presseanfrage an das Tierheim Heilbronn.

Die Fragen des Jagdmagazins "Die Pirsch" wurden fett, die Antworten des Tierheims Heilbronn kursiv und blau eingestellt. Zur besseren Darstellung hat die Redaktion vor die Fragen "Die Pirsch" gesetzt und vor die Antworten "Tierheim Heilbronn"

Frau Anders nimmt sehr genau und klar Stellung und Verfehlungen seitens des Tierheims sind nicht erkennbar.

waidmansheil

Euer

stefan



Von: Anders, Silke
Gesendet: Mittwoch, 4. Juni 2008 10:26
An: 'Bernd Krewer'
Betreff: AW: Vermittlung von Deutschen Jagdterriern durch Sie

Guten Morgen Herr Krewer,
wie soeben telefonisch besprochen mein Kommentar zu Ihren Zeilen.


Von: Bernd Krewer [mailto:Bernd.Krewer@t-online.de]
Gesendet: Dienstag, 3. Juni 2008 15:52
An: tierheim@heilbronner-tierschutz.de
Betreff: Vermittlung von Deutschen Jagdterriern durch Sie


Die Pirsch:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als für die Jagdhunde in der Jagdzeitschrift „DIE PIRSCH“ Verantwortlicher interessiere ich mich für einen Vorfall, von dem ich vor einigen Tagen erfahren habe und in den Ihr Tierheim involviert ist.

Im vergangenen Winter wurden bei Ihnen zwei Deutsche Jagdterrier (ein älterer Rüde und eine jüngere Hündin) abgegeben, die sich bei einer Jagd offenbar sehr weit von ihren Besitzern entfernt hatten und von Dritten aufgegriffen wurden. Sicher ist Ihnen dieser Fall noch präsent.

Tierheim Heilbronn:

* nein, es wurde am 4/12/07 ein Jagdterriermännchen im TH abgegeben mit vielen offenen Wunden rund um den Fang und an den Beinen. Kam als Fundhund.

ca 1 Woche zuvor wurde ein Mischlingsmädchen gefunden schwarz braun, das wir vermittelt haben, wo sich bislang auch kein Besitzer gemeldet hat. Bis heute hat sich auch der Besitzer des Terriermädchens nicht gemeldet um nach ihr zu fragen, wie Sie es jetzt tun.


Die Pirsch:

Ich gebe die Fakten und die sich daraus ergebenden Fragen jetzt einmal so wieder, wie ich sie vorliegen habe:

Beide Hunde waren/sind tätowiert, dennoch haben Sie offenbar nicht sofort versucht, über diese Täto-Nummern und die Zuchtbuchstelle des Deutschen Jagdterrier-Clubs die Besitzer ausfindig zu machen.

Warum nicht?


Tierheim Heilbronn:

Wir rufen bei gechipten Hunden oder Hunden mit Täto bei Tasso an udn fragen ob die Hunde registriert sind, da wir immer sehr froh sind wenn diese wieder bei ihnren Besitzern gut unterkommen, zumal wir sehr viele HUnde im TH haben und nicht versuchen welche uns zusätzlich anzueignen.

Dass es einen Zuchtwart des DJC gibt wusste ich bis vor ca 4Wochen nicht und ich denke mit TAsso anrufen, INet veröffentlichen etc haben wir unserer Pflicht wirklich Genüge getan

Die Pirsch:

Sie haben die jüngere Hündin rasch an einen neuen Besitzer weitervermittelt. Waren Sie dazu berechtigt oder hätten Sie zumindest zuerst versuchen müssen, den „Alt-Besitzer“ ausfindig zu machen?


Tierheim Heilbronn:

* Da Hunde als Fundsache gehandelt werden lt Rechtssprechung müssen wir die Hunde bis zu 6 Monaten "aufbewahren", suchen müssen wir keienswegs, tun wir aber, erst danach gehen sie in unseren Besitz über und dürfen weiterübereignet werden.

Allerdings gibt es auch hier die Rechtssprechung, dass die Hunde weitergegeben werden dürfen, da klar ist dass die TH sonst alle wegen Überfüllung geschlossen wären (wir hatten dieses Jahr alleine bis Mai ~ 65 Fundhunde). Ganz wichtig ist hierbei, dass den Übernehmern deutlich gemacht wird, dass das Tier erst nach 6Monaten in ihr Eigenum übergeht, da sich noch ein Besitzer melden kann, so handhaben wir das auch.

Sprich : wenn Sie ein Tier übernehmen würden, bekommen Sie wie alle einen Tierbetreuungsvertrag (~Probevertrag). NAch 4-6 Wochen besuchen wir Sie zuhause, schauen uns die HAltung an und wenn alles ok ist bekommen Sie einen Abgabevertrag und das Tier gehört Ihnen. Bei Fundhunden bekommen Sie diesen eben erst nach der abgelaufenen Frist, der Besuch zur Kontrolle erfolgt aber auch nach 4-6 Wochen.

Die Pirsch:

Sie haben den Rüden kastrieren und wollten ihn – da nicht mehr vermittelbar – euthanasieren lassen. Waren/Sind Sie dazu berechtigt? Wenn ja, auf welcher gesetzlichen Grundlage? Gab es für die geplante „Einschläferung“ einen „vernünftigen“ Grund? Wer ist der Tierarzt, der den Rüden kastriert hat und auch bereit war, ihn einzuschläfern?


Tierheim Heilbronn:

* wir haben den Rüden, den wir Punto nannten nach 5 Wochen kastrieren lassen (Januar 08) von unsere Tierärztin Frau Dr. Guggolz, eine Zeit, wo sich ein Besitzer sicherlich hätte melden können, auch wenn er kurzfristig im Urlaub gewesen wäre. In Tierheimen, die zur artgerechten Haltung eine Gruppenhaltung haben, müssen Rüden wie Hündinnen kastriert werden, da dies sonst nicht realisierbar ist. Hätten wir dies nicht gemacht wäre Punto alleine in seiner Box oder tagsüber in seinem Auslauf gesessen ohne Kontakt zu ARtgenossen.

Von wem auch immer das Gerücht des Einschläferns kam weiss ich leider nicht aber hier würde ich auch massiv wegen Verleumdung einschreiten.

Wir, das Heilbronner Tierheim sind eigentlich dafür bekannt, dass wir gar keine Tiere einschläfern, es sei denn aus Krankheitsgründen. Aus diesem Grund nehmen wir auch als einziges Tierheim in der Umgebung noch Staffordshire Terrier und Problemhunde auf, die alle anderen Heime ablehenen. Wenn Sie auf unsere Seite im I net schauen, sehen Sie , dass wir mind 35 Hunde haben, die nicht vermittelbar sind, 3 Herdenschutzhunde, ca 12 Staffs ohne Wesenstest sprich lebenslang Tierheim, drei nicht vermittelbare Rottweiler, auch alte, nicht vermittelbare Hunde wie der bissige Retriever DAnny, der 14 JAhre alte SH Charly etc....

Somit wäre der unheimlich menschenbezogene kleine Punto so ziemlich der letzte gewesen, bei dem man hierüber überhaupt hätte nachdenken können. Er hat zwei Gassigeher, mit denen er täglich mind eine Stunde draussen war, ein Körbchen mit Decke, sein Spielzeug- den orangenen Kong+seine rosa MAus, hatte ein Brustgecshirr von uns bekommen,das er auch anbehalten hat als er vom Besitzer geholt wurde, damit nicht das HAlsband wieder seinen Hals aufscheuert, durfte die MAus mitnehmen und alle mochten ihn gerne. Als er an den Beitzer zurückging hat er diesen kurz beschnuppert und saß dann auf meinem SChoß, gab Küsschen, kuschelte bei mir udn hat auch die Tochter des Besitzers nur kurz beschnüffelt udn sich wieder mir zugewandt....

Dass ein Terrier mit diesem Jagdtrieb nicht einfach zu vermitteln ist ist klar, aber er hätte ganz bestimmt noch ein Zuahuse gefunden, wie auch der letzte Terrier, den wir vor 2 JAhren bei uns hatten oder die Bracke, die vor 3 Monaten ein Zuhause fand, unsere Pointer etc.

Zudem ist auch ganz klar geregelt, dass kein Tierarzt ein gesundes Tier einschläfern darf, das wissen Sie genau so gut wie ich und somit geht es hier natürlich auch an die Reputation unserer Ärztin, die sicherlich nichts unversucht veralssen wird, herauszufinden woher dieses Gerücht kommt. Zumal sie auch belegen muss wen sie warum eingeschläfert hat,


Die Pirsch:

Stimmt es, dass Sie auch heute noch nicht den Neu-Besitzer der von Ihnen vermittelten Jagdterrierhündin nennen wollen?

Tierheim Heilbronn:

Der besitzer hat sichnoch nicht einmal gemeldet oder die Täto Nummer durch gegeben etc

Die Pirsch:

Wir werden in der „PIRSCH“ diese Sache natürlich öffentlich machen. Mein Verständnis von Fairness gebietet es mir aber, Ihnen Gelegenheit zu geben, sich zu dem Fall zu äußern und Ihre Begründung für Ihr Vorgehen selbstverständlich in unsere Berichterstattung einfließen zu lassen.


Tierheim Heibronn:

:-) Danke, ich werde die Zeitung sicherlich erwerben.

Kurze Anmerkung von mir:

Punto kam mit einem dermaßen vermackten Gesicht und offenen Wunden zu uns, dass wir ihn ~6 Wochen täglich mit Salbe bahandeln mussten, ein Hauttest wurde eingeschickt um Räude auszuschließen, er war in einem unglaublcih schlechtem Gesamtzustand und niemand hat ihn bei uns vermisst gemeldet.

Ich habe Bidler auf dem Hof von ihm gemacht und diese sofort im INet auf unserer Seite eingestellt, danach habe ich ihn noch über den großen deutschen Tierschutzverteiler durch Deutschland geschickt, ohne Erfolg, Tasso s.o.

Wöchentlich haben wir eine Anzeige im Heilbronner Echo- Stadtzeitung- hier war Punto mit Bild vertreten, keine Ressonanz.

An seinem Auslauf und an den Tierheimfesten war er mit einem ganzseitigen Aushang vertreten, damit er gesehen wird

Ich habe Punto und 2 weitere unserer Tiere auf die 2 Internetseiten Jagdhunde in Not einstellen lassen, die Originalmail habe ich nicht mehr, aber die "Entwarnungsmail, dass alle von den Jagdhunde in Not Seiten können, da vermittelt", schicke ich Ihnen in Kopie zu.

Bei 189 Fundhunden und 811 Fundkatzen im letzten Jahr, denke ich dass das nicht wenig war , was für den Kleinen versucht wurde, um passende Interessenten bzw den Besitzer zu finden.

Dass es einen DJC gibt wusste ich nicht, sicherlich ein Versäumnis, aber auch nicht meine Aufgabe alle Zuchtseiten zu kennen.

Wenn ich einen Rassehund im TH habe, gebe ich bei Google eben die "RAsse-in-not" ein , dann kommen die Seiten, die sich aufdiese RAsse spezialisiert haben und da habe ich auch das JAgdhundforum her.

Auf den DJC bin ich über eine mail zu Punto, die ich erhalten habe, gestossen.

Ich habe daraufhin dort sofort angerufen und dann mit der Vorsitzenden (Frau Jenny SChröder) gesprochen. Diese war gerade im Urlaub und hat sich die Tätonummer notiert und wollte mich am Montag darauf anrufen.

Ich habe dann ca 2Wochen nichts von ihr gehört und dann am Monatg, ~Mitte Mai (aus der Erinnerung, kann auch eine Woche später gewesen sein) gehört, dass der Besitzer von Punto im TH stehe und seinen Hund wolle.

Er gab an aus Reutlingen zu sein und Punto bei einer Treibjagd im Oktober in Osterburken (40km von HN weg) verloren zu haben. Er hatte Polizei und Tierarzt informiert, mehr hätte er nicht machen können. Auf die Seiten des einzigenTH in der Gegend habe er nihct geschaut.

Der Herr hat für die Gesichts-Behandlung des Hundes bezahlt, sowie für die Impfungen etc (Aufwandentschädigung, auch rechtlich geregelt).

Da ich froh war, dass Punto wieder einen Platz im HAus bei einem 2.Hund gefunden hat, habe ich auf die Pensionskosten von 13€/Tag bei ~5 Monaten gänzlich verzichtet (2000€), was für uns als Tierheim viel Geld ist. Sein Brustgeschirr für 20€ durfte er auch behalten.

Als Spende habe ich noch 20€ bekommen.

Dass nach diesem Ausfwand den wir für den Hund gerne getrieben haben, die Suche nach dem Herrchen, dem Verzicht auf Unterbringungsgebühr etc. jetzt diese Geschichte kursiert finde ich doch sehr bedauerlich und traurig.

Ich hoffe im Nachhinein nur, dass die Entscheidung bei DJC anzurufen richtig war und Punto ein glückliches Zuahause gefunden hat, hätte ich 3 Wochen gewartet, wären die 6 Monate abgelaufen gewesen...

ich werde jetzt auch unsere Ärztin hierüber informieren, damit Sie wegen des Gerüchts der Einschläferung aktiv werden kann.

Ihnen ganz herzlichen Dank, dass Sie mir die Möglichkeit einer Gegendarstellung gegeben haben,

Mit freundlichen wenn auch etwas desillusionierten Grüßen

Silke Anders

www.heilbronner-tierschutz.de

tierheim@heilbronner-tierschutz.de


Kommentare:

entropie hat gesagt…

ohne die vorgeschichte zu kennen; klingt okay wie das TH sich da verhalten hat.

helmut hat gesagt…

ein anruf beim vdh hätte gereicht um zu erfahren dass es einen RASSEKLUB gibt. wer hätte denn tätowiert wenn es den nicht gibt?

was jetzt? mischlingshündin oder terrierhündin????

Anna hat gesagt…

Man schaut doch wirklich ins nächste Tierheim, wenn man seinen Hund sucht. Auch ins übernächste.
Das kann ich nicht verstehen.
Hunde laufen weit, wenn sie weglaufen. Und ich würde meinen Hund so lange suchen, bis ich ihn gefunden habe.
Dass der Hund kastriert wurde - gut, das ist Ansicht des Tierheims, dass es nicht anders geht.
Ich finde, das Tierheim hat sonst okay gehandelt. Aber ich kenne den Rest auch nicht, also kann man darüber schlecht urteilen.

Anonym hat gesagt…

An Helmuth:

Wenn Du Deinen Schlüssel verlierst, muss das Fundbüro dann alle Hersteller von Schlüsseln und Schließanlagen anrufen? Und alle Schlüsseldienste? Regional oder bundesweit?

Mir ist das Tierheim ziemlich egal.
Denn die Verantwortung liegt beim Hundeführer!

Er hat die Pficht und Schuldigkeit, nach dem Hund zu suchen.

Das dumme Gerede ist nur der Versuch, Unfähigkeit oder - schlimmer noch - Gleichgültigkeit zu verschleiern.

Anonym hat gesagt…

Eine Freundin suchte tagelang vergeblich nach ihrer Katze - TASSO war informiert, dem Tierheim war der Verlust angezeigt, Tätonummer, Bild und Beschreibung waren hinterlegt und es wurde mehrere Male persönlich nachgefragt. Wegen der Jagdterriergeschichte und auf Rat unparteiischer Tierschützer erzwang meine Freundin schließlich die Inaugenscheinnahme sämtlicher Katzen und siehe da: schon zum Zeitpunkt der Verlustmeldung befand sich die verschwundene Mieze in der "Obhut" des Tierheims. Die Mitarbeiter haben gelogen, soviel steht fest, das wurde mit übelsten Beschimpfungen und Unterstellungen gerechtfertigt. Ich glaube Frau Anders kein Wort.