7.8.13

Quo vadis Landesjagdverbände? - oder: Wenn man seine Glaubwürdigkeit öffentlich zu Grabe trägt.



In wieweit ist ein Verbandsfunktionär authentisch, wenn er seine Umweltministerin Frau Ulrike Höfken zur Erzfeindin der rheinland-pfälzischen Jäger erklärt und sich dann von ihr das Bundesverdienstkreuz verleihen läßt?



Schwierige Zeiten fordern von Führungspersönlichkeiten Authentizität

Nicht nur die Jagd, sondern unsere ganze Gesellschaft steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Viele Bürger merken, dass die auf uns zukommenden Zeiten ungemütlich werden und die Suche nach Führungspersönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Verbänden, die diese Herausforderungen meistern können, rückt in den Vordergrund.  Dabei dreht sich die Diskussion immer wieder um ein Wort:


Interessant ist bei den Ausführungen von Wikipedia, dass Sprachwissenschaftler den Ursprung des Wortes vom lateinischen "auctoritas" ableiten, was übersetzt "Autorität"  bedeutet. Wer also führen will, der muss authentisch sein und strahlt damit Autorität aus, die man von Führungspersönlichkeiten verlangt, sollen sie eine Gruppe durch schwere, vor allem aberunsichere Zeiten führen..

Die Strategie der Jagdverbände: Konfrontation statt Konsens


Seit einigen Jahren rücken die Jagdverbände immer mehr von der seit vielen Jahren bewährten Strategie der "Problemlösung  durch Konsens" ab und  fahren zur Durchsetzung der Verbandsinteressen den Kurs der Konfrontation.
Dies zeigt sich nicht nur in Bayern und dem Thema "Wald vor Wild". Auch die die teilweise aggressive Verunglimpfung des Umweltministers in Nordrhein-Westfalen, Herrn Remmel, der ein ökologisches Jagdgesetz fordert, zeigt den Paradigmenwechsel, wie unsere Jagdverbände mit den anstehenden Veränderungen umgehen.

Doch auch in Rheinland-Pfalz sucht man nicht das Gespräch mit der Umweltministerin Höfken und ihrer Idee einer Novellierung der Jagd VO, sondern fährt den harten Konfontationskurs nach dem Motto: "Nicht mit uns!!!"

Doch bei der Umsetzung einer solch riskanten, auf Konfrontation ausgelegten Strategie bedarf es autoritärer Führungsperönlichkeiten, die ihren Führungsanspruch durch Authentizität, sprich Glaubwürdigkeit, untermauern.

Und da habe ich, zumindest beim LJV Präsidenten des LJV Rheinland-Pfalz, Herrn Kurt-Alexander Michael so meine Bedenken.
So unterstützt er die auch von der breiten Jägerschaft gewünschte harte Linie gegen die Umweltministerin und Ihre Reform der Landesverordnung zum Landesjagdgesetz.  Und, angelehnt an die Strategie des LJV Nordrhein-Westfalen, greift er die Umweltministerin Ulrike Höfken hart an.

Sieg der Eitelkeit eines Verbandsfunktionärs über die Strategie des harten Konfrontationskurses. 

Am 2.Mai ließ sich der Präsident des LJV Rheinland-Pfalz, Herr Kurt-Alexander Michael das von Herrn Bundespräsidenten Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstkreuz in einem Festakt umhängen, einschließlich einer Laudatio, vorgetragen von Umweltministerin Ulrike Höfken.

Spätestens jetzt merkt jeder aufmerksame Beobachter, dass es mit dem harten Konfrontationskurs des LJV Rheinland-Pfalz nicht so ernst gemeint sein kann. Der LJV Präsident wird sich und seinen Verbandsmitgliedern mit der Ehrung einen Bärendienst erwiesen haben, denn seine Authentizität und somit Autorität wird darunter leiden.
Für den außenstehenden Betrachter ein äußerst kluger Schachzug der Umweltministerin Höfken. Sie wird es freuen, mit dieser Preisverleihung die Autorität des Verbandsfunktionärs gegenüber den Jäger weiter geschwächt zu haben. Ziel war es nicht, einen verdienten Bürger zu ehren, sondern die Autorität eines Verbandsfunktionärs zu untergraben. Der Eitelkeit sei Dank.


Protest mit angezogener Handbremse - oder wenn Eitelkeit wehtut

Unter dieser Überschrift schreibt der Chefredakteur der Pirsch, Sascha Numßen in der Ausgabe 15/2013 treffend:

Noch im vorigen Jahr erteilte der LJV BW der Aktion "1000 Hörner in Düsseldorf " per Schreiben eine Absage. Zu früh, nicht unser Zuständigkeitsbereich, lautete die Begründung. Nun, nachdem der Beteiligungsprozess jetzt in BW abgeschlossen ist, stellt Landesjägermeister Dr. Friedmann in einer aktuellen Aussensendung fest, dass es in vielen Punkten mit den Hauptbetroffenen (den Jägern) keineKonsens gibt.
Auf diesen Missstand reagiert der LJV jetzt recht sanft mit einem Drei-Stufen-Protestplan - Postkartenaktion, Lobbying bis hin zu einer großen Demo (!) in Stuttgart. Etwas mehr (verbale) Schärfe wäre angesichts von Forderungen wie Abschaffung von Wildfütterung, Baujagd und Schliefanlage, kein Abschuss wildernder Haustiere, Einführung eines Schießnachweise u.Ä. schon angebracht.
Klare Worte hatte in jüngster Zeit hingegen LJV Präses Kurt-Alexander Michael (RP) an den Tag gelegt, indem er mehrfach der grünen Ministerin Höfken offen und lautstark Paroli bot. Dann überreichte ihm selbige das Bundesverdienstkreuz. Dass er sich damit später auf dem Titel der eigenen Verbandszeitschrift  "Jagd & Jäger in Rheinland-Pfalz" 6/2013 sogar ablichten ließ, ist mindestens taktisch unklug.
Denn seine Kritiker werden ihn, wenn die Jagd-VO doch entsprechend jagdfeindlich ausfällt, fragen, ob er sich damit hat kaufen lassen. Eitelkeit, die spätestens dann wehtut.

Diesen Ausführungen des Herrn Numßen ist nichts hinzuzufügen!
  

 waidmannsheil


Euer

stefan 
 


Kommentare:

Friedrich Schmidt hat gesagt…

Lieber Herr Fügner,





Ihre Kommentar konnte treffender kaum sein! Die dort angesprochenen Fakten und Wahrheiten verdienen weitestgehende gezielte Verbreitung!



Wie heiß (sprich durch und durch verlogen und weitgehend frei von den eigentlichen Fakten!) die politische Herdplatte generell ist, hätte jeder noch auf seine fünf gesunden Sinne vertrauender Jäger merken können.



Die gleichsam wie ein politischer Staatsstreich ohne jeden Sachverstand gegen unsere gewährte Demokratie durchgepeitschten neuen Jagd- und Waffengesetze von den politisch selbst gleichsam panisch angetriebenen Parteien an der nach dem Erfurter Schulmassaker geben hier ein unwiderlegliches Zeugnis. Politik ist sogar stets und immer zu blindwütigem politischen Handeln selbst zu unserer aller größtem Nachteil fähig. Die Euro-Debatte lässt grüßen!



Jene nie richtig fachlich hinterfragte politische, genau genommen rein ideologisch motivierte und umgesetzte Gesetzgebung aller in wesentlichen Fragen leider allzu einigen Parlamentarier hat seitdem in allen Lebensfragen dieser sich selbst stets in Frage stellenden Demokratie fröhlichste Urständ gefeiert.



Niemanden dieser selbst ernannten Deomokratieverteidiger stört es aber auch nur im geringsten, dass jene längst zu Tode gerette -sprich entsprechend malträtierte Demokratie bei uns längst als die alle Überlebensfragen des Volkes am besten regelnde Staatsform abgedankt hat.



Der Eindruck sehr vieler Waidgenossen, dass hier im Lande, ganz im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarn alles noch einigermaßen im Lot wäre, täuscht auf der ganzen Linie!

Deshalb ist auch die seit langem gefahrene Strategie unserer Verbandsoberen, das Optimum an legitimer Interessenwahrung durch Kooperation mit den Regierenden sicher zu stellen längst de facto gescheitert.



Das sichtbareste Zeichen, dass Herr Michael strategisch und im Indianerjargon gesprochen ein absolut totes Pferd reitet, ohne dies indessen im mindesten zu merken und folglich sofort abzusteigen, ist sein allenfalls der persönlichen Eitelkeit geschuldetes Zusammentreffen mit seiner politischen Gegenspielerin. Dass er für sein im Ergebnis politisch gewolltes, mehr als hallbherziges Eintreten für die , der Grünen Umweltministerin Hoeffgen. Diese wird langfristig alles daran setzen, die bisherige Jagdausübung durch überbordende bürokratische Hindernisse faktisch abzuschaffen.





Herr Michale hätte das wertvolle Fell des anerkannten Kulturgutes Jagd nicht feiger unseren Widersachern abliefern können!







Friedrich Schmidt

Gestade 3

54470 Bernkastel-Kues

Deutschland



Tel.: 06531/6703

Mobil: 0160/97766129

Email: 065316703@t-online.de

bimisch hat gesagt…

Macht Korrumpiert, alle kleinen hässlichen Menschen.

Unknown hat gesagt…

Ein kleiner Hinweis:

Es sollte als allgemein bekannt voraussetzbar sein, dass das Bundesverdienstkreuz vom Bundespräsidenten auf Vorschlag eines oder mehret Bundesbürger verliehen und durch den Ministerpräsidenten oder einen Landesminister des Bundeslandes
des Ausgezeichneten vergeben wird. Die Umweltministerin RP hat keinerlei Rechte, ein Bundesverdienstkreuz zu verleihen, sondern lediglich es auf Anweisung zu übergeben.

Die Behauptung in der Bildunterschrift, Herr Michael habe sich das BVK von Frau Höfken "verleihen lassen" geht daher komplett ins Leere.

Des weiteren wundert mich:
Meist wird und wurde den LJV vorgeworfen, dass die das Gespräch mit den Landesregierungen gesucht haben. Dieser Konsens-Kurs wurde als "Schmusers" ausreichend verunglimpft. Nun wird kritisiert, dass sie auf Konfrontation gehen, das gilt nun als "risikoreich". Es drängt sich der Verdacht auf, dass man inzwischen nach beliebigen Argumenten sucht, die LJV zu kritisieren.

Diesen Kritikastern sei ins Stammbuch geschrieben: "Ihr seid die Totengräber der Jagd!"
Denn die Jagdgegner können sich freudig die Hände reiben und die LJV, die ja offensichtlich von den eigenen Mitgliedern nicht ernstgenommen werden, weiterhin links liegen lassen.