6.6.13

Der DJV auf dem Bundesjägertag 2013 - Ein Verband ohne Geschäftsgrundlage







Am 30.5. und 31.5.2013 fand in Marburg turnusgemäß der Bundesjägertag statt. Viele Jäger kamen dort nicht zusammen, weshalb der Name schon irreführend ist. Lediglich die Delegierten aus 15 Landesverbänden nahmen an dieser Veranstaltung teil. Auch das Programm war eher dürftig. Auf der Tagesordnung standen, von den üblichen Geschäftsberichten und Ehrungen abgesehen, im wesentlichen 3 Punkte: Die Weiterentwicklung des Logos, eine unbedeutende Namensänderung und die Diskussion "Standortbestimmung der Jagd". Kernprobleme, die die Zukunft der Jagd betreffen, wurden ausgeklammert. Dies hat seinen Grund.



Der moderne Verband in der Gesellschaft:

Immer wieder lesen wir,  von den Medien kritisch hinterfragt, vom Lobbyismus der Verbände und deren Einflussnahme bei der Gesetzgebung. Doch diese oft negativ dargestellte Lobbyarbeit ist nur ein Teil einer modernen Verbandstätigkeit.
Wird erkennbar, dass ein neues Gesetz verabschiedet wird oder sich eine Gesetzesänderung vollzieht, arbeiten Verbände eng mit der Politik und den zuständigen Behörden zusammen. In der Phase der Ausarbeitung eines neuen Gesetzes werden nicht nur die Behörden in die Ausformulierung mit einbezogen. Auch die Verbände werden aufgefordert, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.
In der Regel erstreckt sich die Novellierung eines Gesetzes über viele Monate, oft Jahre. Zeit genug für einen Verband, die sich aus dem Gesetz ergebenen Konsequenzen für die Mitglieder -vor allem wirtschaftlich- zu erfassen und nötigenfalls gegen zu steuern.
Doch ein Verband, der Einfuss mehmen will, tut heute noch viel mehr. Er entwickelt bereits in der Entstehungsphase eines neuen Gesetzes eigene Standards, um die vom Gesetzgeber gefordert Auflagen zu erfüllen. Hier arbeitet ein moderner Verband  mit Forschungsinstituten und den Behörden eng zusammen. Der Verband handelt "pro aktiv" wie es auf Neudeutsch heißt. Durch das Setzen eigener Standards hat ein moderner Verband den höchsten Einfluß auf die Gesetzgebung und bietet sich der Politik als kompetenter und fachkundiger Ansprechpartner an. Mehrkosten, die eine Gesetzesänderung mit sich bringen, werden frühzeitig ermittelt und in die Gesetzesänderung argumentativ eingebracht. Die Verbandsmitglieder erhalten zudem eine frühe Planungssicherheit bei den Mehrkosten.

Die Naturschutzverbände und ihr innovativer Geschäftsbereich der Verbandsklage

In der aktuellen Ausgabe des Jagdmagazins "Unsere Jagd 6/2013" erschien ein sehr interessanter Artikel über die Geschäftspolitik der Naturschutzverbände. Unter dem Titel ""Die Macht macht`s" wird das Geschäftsmodell der Naturschutzverbände "Rücknahme der Verbandsklage gegen Geld" ausführlich dargestellt. Ein Geschäftsmodell, das den Naturschutzverbänden viele Millionen Euro in die Kassen spült. Gerne bietet man dem mit einer Klage bedrohten Konzern auch die Gündung einer Naturschutzstiftung an, in der man sich durch Posten für verdiente Verbandsmitglieder die Einflussnahme sichert.
Die Naturschutzverbände haben sich hier einen eigenen Geschäftsbereich geschaffen, der sicherlich mit fragwürdigen Mitteln zum Erfolg führt. Langfristig sichert dieses Geschäftsmodell den Naturschutzverbänden ihre Existenz. Alleine darauf kommt es an. 
Dies spiegelt sich sehr anschaulich in den Jahreseinnahmen der Naturschutzverbände wider (Quelle: unsere Jagd 6/2013):

Verband                                                 Einnahmen in Euro

NABU                                                         27.259.375
BUND                                                         16.916.643
WWF                                                          50.707.000
Deutsche Umwelthilfe                                  7.322.000
Deutscher Naturschutzring                          1.026.675
Greenpeace                                                48.900.000
DJV                                                              3.790.000

In diesen Zahlen sind sicherlich die vielen Millionen, die in die von den Naturschutzverbänden gegründeten Stiftungen fließen, noch gar nicht berücksichtigt.

Wenn man keinen Geschäftsbereich hat, muss man sich einen schaffen

Geht es bei einem modernen Verband immer auch um viel Geld -Gesetzesänderungen fordern in der Regel hohe Investitionen von den Mitgliedern- fehlt den Jagdverbänden diese Geschäftsgrundlage. Ihre Mitglieder betreiben die Jagd als Hobby und lehnen jede kommerzielle Nutzung der Jagd ab. Dies führt dann zu der hinlänglich bekannten, ständigen destruktiven Verweigerungshaltung, neuen Gesetzen zuzustimmen oder an ihrer Weiterentwicklung mitzuwirken. Den Mitgliedern fehlen Einnahmen, denen sie die  Kosten, die bei Gesetzesänderungen entstehen, gegen rechnen.
Doch auch das Setzen eigender Standards unterbleibt. Hier könnten jedoch die Jagdverbände nicht nur bei ihren Mitgliedern, sondern auch bei den Behörden und in der Öffentlichkeit punkten.
Viele Jagdpächter und Jäger sind mit der Umsetzung der Gesetze der letzten Jahre überfordert.
Bis heute fehlt es an Konzepten, wie die Pächter mit kleinen Revieren die hygienerechtlichen Bestimmungen erfüllen.
Revierübergreifende rechtlich verbindliche Vereinbarungen mit Nachsuchenführern, die die Anforderungen des Tierschutzes erfüllen, sind immer noch die Ausnahme.
An einem gemeinschaftlichen Standard, damit  Reviereinrichtungen nicht nur den berufsgenossenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden, sondern auch dem Landschaftsbild entsprechen, fehlt es. 
Eine professionelle  Jungjägerausbildung nach der Jägerprüfung gibt es in Deutschland nicht. Ebenso fehlt es an Seminaren, in denen sich Jäger auf ihre zukünftige Tätigkeit als Jagdpächter weiter bilden können.
 
Die Liste der Bereiche, in denen die Jagdverbände sich als beratend tätiger Dienstleister für die Jäger anbieten, könnte man unendlich fortzusetzen. Diese Dienstleistungen brächten zudem große Vorteile: Sie machen große Teile der teuren Öffentlichkeitsarbeit überflüssig. Die Jägerschaft könnte dadurch die fehlende Proffessionalität erlangen, die sie gegenüber den anderen Naturschutzverbänden so angreifbar macht.


Die Jagdverbände, die zur Zeit ohne Geschäftsbereich sind, haben diesen schon, sie müssten ihn nur aktivieren.



„Kein Amt zu haben ist nicht schlimm. Aber schlimm ist es, keine Fähigkeiten für ein Amt zu haben, das man innehat.“  (Konfuzius)


waidmannsheil

Euer

stefan 


   

Kommentare:

Frank Martini hat gesagt…

Lieber Stefan,
bei grundsätzlichem Verständnis und Respekt, gar Wohlwollen, hast Du Dich hier m. E. etwas "vergaloppiert"! Beispielsweise trachtet der DJV wie auch der LJV NW nicht nur über angeschlossene Shops nach zusätzlichen, über die Beiträge hinausgehenden Einnahmen. Und auch die von Dir beklagten fehlenden Fortbildungsangebote bspw. für angehende Revierpächter gibt es bspw. verbandsseitig in NRW. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der LJV NW da die große Ausnahme ist. Und wer sich wirklich mal genauer mit den neuen Hygieneregeln befasst, wird feststellen, dass die im Vergleich zum alten nationalen Recht teils deutliche Erleichterungen und mehr Flexibilität bspw. bei den Raumanforderungen gibt.

Insofern scheint mir hier Deine - ansonsten sehr geschätzte - kirtische Haltung ein wenig "ins Leere zu laufen."

Beste Grüße aus MUC sendet
FM

Anonym hat gesagt…

Das was viel Schlimmer ist! Das der Vertreter( DJV) Nicht in der Lage ist sich mit der Basis auseinander zusetzen BZW die Basis einzubinden und deren Wollen durch zusetzen!Wir werden von Leuten vertreten die jegliche Sicht und kenntniss von der Basis verloren hat! Dann Sitzen Herren auf Posten die 70+ sind und das Alte Steife Jagen von anno dud vertreten! Diese Plätze werden bis zum FAST zum TODE einbehalten!
Der Kleine Nachwuchs den wir haben wird von den Alten Jägern Kaputt gespielt und haben dann keine Lust mehr was zuleisten! Warum wohl!!!
Ich habe so oft den Spruch gehört warte noch 10-15 Jahre dann sind die Alten Weg!! NEEE dann bin ich auch einer! Aber Lust werde ich dann nicht mehr haben mich um solchen Kram zu kümmern!!
WENN NICHT DIE VERBANDSARBEIT SICH DRASCHTISCH ÄNDERNT DANN WIRD ES GANZ AUS SEIN!
ES sind nicht nur die Angebote und Kurse die fehlen!! ES fehlt am allem!! und das kann es nicht sein! NICHT MAL die JungenJäger sind vollkommen ausgebaut! Selbst in diesen Gruppen eppt es schon wieder ab! warum weil sie von den Alten Ausgebremst werden!! Ich sehe es hier! Es ist ein Trauer Spiel!!
LG JTHW

Balu hat gesagt…

Die Zahlen mögen sicherlich stimmen. Ich finde aber, dass der DJV bei etwa 250.000 Mitgliedern über die Ländesverbände alleine schon durch die Beiträge im siebenstelligen Bereich liegt. Die genaue Höhe der Abgabe der LJV an den DJV ist mir nicht bekannt. In Hessen bekommt der LJV aber etwa 30 € für jedes Mitglied aus den Kreisjägerschaften. Insofern scheinen mir die Zahlen absolut nicht zu belegen, dass hier "geschmiert" wird.

In Hessen kam es übrigens im Jahr 2012 durch einen großen Naturschutzverband zu der von dir beschriebenen Geldeinnahme im Zusammenhang mit der Ausweisung von Vorrangflächen für Windeneergie. Dies wurde auf dem Landesjägertag im Mai diesen Jahres angesprochen und von allen Betieligten, auch vom Vorsitzenden des DJV, scharf kritisiert. Soweit mir bekannt ist, wurde auch Strafanzeige erstattet.

Gruß und Waidmannsheil
Patrick Figge

Anonym hat gesagt…

Ein gelungener Artikel, der in den Kernpunkten absolut den Punkt trifft. Mag sein, dass es in dem einen oder anderen Kreisjagdverband rühmliche Ausnahmen gibt – im Großen und Ganzen bleibt das Bild: Altbacken, vorgestrig, unprofessionell.

Ich bin weiß Gott kein Freund von NABU, BUND und GRÜNEN. Aber eines muss man ihnen lassen: Sie sind Profis. Allein die Einnahmen p. a. lassen ja wohl keinen anderen Schluss zu.

So lange unsere Jagdverbände – Kreis, Land, Bund -, immer noch meinen, dass die Vertretung unserer berechtigten Interessen bei Ehrenamtlern in guten Händen ist, so lange haben wir nichts gelernt. Da kann man sich noch so sehr an Einzelheiten hochziehen wie Herr Martini, sich wie gewohnt die Welt schönreden – die Grundsubstanz stinkt. Es wird Zeit, dass wir endlich wach werden, endlich professionelle Strukturen einrichten, endlich den Mief ablegen.

Wie ich auf meinem „Jagdmenschen“ schon geschrieben habe: Der NABU hat 400.000 Mitglieder. Es gibt 357.000 Jäger in Deutschland. Der Unterschied ist, rein zahlenmäßig gesehen, also nicht gewaltig. Aber was macht nur der NABU mit seinen 400.000 für einen Abgottsradau in der öffentlichen Meinung, von den Einnahmen einmal ganz abgesehen. Und wie mickerig kommt der DJV, kommen unsere Landesverbände dagegen herüber. Sicher, man kann in Schönheit sterben, nach dem Motto: Weidgerechte deutsche Jäger haben es nicht nötig, in diese Niederungen abzusteigen. Lieber sterben wir.

Das Problem ist: Ich habe keine Lust zu sterben, dem Trauerspiel zuzusehen, nur weil unsere Verbände und ihre Fürsten meinen, die anderen 80 Millionen Proleten (357.000 Jäger, 80.5 Millionen Bundesdeutsche, Stand letzter Zensus) negieren zu dürfen. Motto: Die haben allesamt keine Ahnung, und wir sind die Überblicker und Überflieger.

Wenn wir nicht ganz schnell aus unserer Wagenburg rauskommen, offensiv mit unserer Jagd, mit unseren Motiven an die Öffentlichkeit gehen, mit professionellen Strukturen, mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit, dann, fürchte ich, haben wir bald holländische Verhältnisse.

Und es wird Zeit, auch an der Basis alte Zöpfe abzuschneiden. Ein großer Teil der Jägerschaft scheint nach wie vor der Meinung zu sein, mit Ablegung der Jägerprüfung gleichzeitig den heiligen Eid geleistet zu haben, nie wieder die Nase in ein Fachbuch zu stecken.

Wenn man gegen jedes bessere Wissen jahrzehntelang stur seine Bastionen verteidigt hat, wie morsch sie auch immer waren, ist die Wahrheit immer schmerzlich. Viel bequemer ist es, in seiner heimeligen Puppenstube zu bleiben, die alten Methoden und Argumentationen beizubehalten – gebetsmühlenartig, ermüdend.

Ich habe schon als kleiner Junge von meinem Großvater gelernt: Junge, wenn einer nur ´n Hammer hat, sieht jedes Problem wie ´n Nagel aus!

Kirchveischede, 7. Juni 2013

Manfred Nolting
Ein Jagdmensch

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Fügner,
einiges mag ja durchaus zu Recht von Ihnen kritisiert werden! Vieles wurde aber auch nicht so richtig von Ihnen dargestellt. Insofern kann ich mich dem Kommentar von Herrn Martini durchaus anschließen.
Bei einigen Kommentaren wurde hier natürlich auch bewusst(?) übertrieben. Soweit mir bekannt, gibt es z. B. im DJV keine Posten für "70+ Personen" (zumindest nicht im LJV NRW). Auch sind unsere Vertreter im LJV und DJV nicht alle ehrenamtlich tätig.

Ich will hier aber auch nichts schönreden! Fakt ist, dass andere (Naturschutz)Verbände "ihr Ding" eben anders aufziehen und damit auch erfolgreich sind. Fraglich ist nur, ob das auch für die Jägerschaft immer so einfach "1 zu 1" umzusetzen ist. Wenn hier auch mehr Professionalität eingefordert wird, sollte man sich dann auch darüber klar sein, dass das dann sehr viel Geld kostet! Wer ist denn dazu bereit? Den meisten sind doch schon 60 € als Jahresbeitrag zuviel. => Geiz ist eben heutzutage doch "geil".
Denjenigen, die hier auch behaupten es fehlt an jungen Leuten die sich durchaus (wie auch immer) engagieren würden und vorhanden wären muss ich leider sagen: Macht mal die Augen auf!!! Es hat doch heutzutage kaum eine junge Person "Bock" sich zu engagieren! Selber bin ich jetzt 38 Jahre alt und engagier mich seit über 10 Jahren im örtlichen Hegering. Als ich mein "Pöstchen" in jüngere Hände geben wollte, wurde ich eines besseren belehrt! Von über 220 Hegeringsmitgliedern mit viel jungem Potential hab ich eine Absage nach der anderen von den jungen Leuten erhalten! Das hätte es übrigens früher so nicht gegeben. Komischerweise wollen aber alle (auch die jungen Leute) jagen, nur engagieren will sich so recht doch keiner mehr. Dieses Problem ist übrigens nicht nur in der Jägerschaft so, sondern es betrifft alle Vereine wo ehrenamtliches Engagement erforderlich ist (siehe Werbekampagne der Feuerwehr).

Und wo sind denn die Jäger/innen die die auch mal einen Hegeringabend besuchen? Unser Vorstand sucht stets nach interessanten Themen und Referenten für Hegeringabende. Und wer kommt? Knapp 5 - max. 10 Prozent der Hegeringsmitglieder! Erbärmlich! Das ist übrigens nicht nur bei uns so, sondern auch bei allen umliegenden Hegeringen! Offensichtlich haben die jungen Leute keinen Bock und die etwas älteren Leute im Hegering wissen anscheinend alles und wollen auch nicht mal über den Tellerrand blicken. Einigermaßen akzeptable Teilnehmerzahlen kommen doch nur bei Veranstaltungen zustande, wenn es auch was "auf die Gabel gibt". Überhaupt können vor allem „die Alten“ im Hegering sehr gut kritisieren und rumnörgeln. Nur selber sich engagieren - um Gottes Willen!

Und wenn hier kritisiert wird, dass Vertreter des DJVs (bzw LJVs) sich nicht mit der Basis auseinandersetzen, so möchte ich dem entgegensetzen wer denn von sich aus auch mal den Kontakt mit zu den übergeordneten Vertretern gesucht hat? Wahrscheinlich kaum einer! "Meinen Präsidenten", Herrn Müller-Schallenberg, habe ich dieses Jahr übrigens schon 3 x persönlich auf unterschiedlichen Veranstaltungen gesehen. Dabei konnte ich ihn auch durchaus auf Themen ansprechen die mir wichtig sind! Ein 4. Wiedersehen wird es übrigens auf dem kommenden Landesjägertag geben. Und wer geht da hin? Die Kritiker die immer nur große Klappe haben wohl kaum. Da muss man ja Zeit und Geld (Spritgeld) investieren. Ne, dass ersparen sich dann doch besser die meisten. Für mich: kein Bock (junge Leute) oder Altersgeiz (alte Leute)! Für irgendwelchen Firlefanz ist aber immer Zeit und Geld vorhanden. Und wenn dann 2014 ein "ökologisches Jagdgesetzt" eingestielt wird und wir Jäger/innen in NRW dann unter Umständen "blöd aus der Wäsche gucken", dann kann sich ja jeder mal selbst fragen: Was hat der Verband für mich und was habe ich für den Verband getan? Letzteres muss wohl schlicht und einfach mit "Nichts" (mal abgesehen vom Beitrag) beantwortet werden.

Anonym hat gesagt…

Lieber Anonym,
zunächst ist es sehr traurig, dass Sie Ihre Identität als Funktionär eines Jagverbandes hier nicht preis geben wollen.
Alleine dies ist schon ein Grund für junge Leute, einer Organisation wie Ihrer fern zu bleiben. Junge Leute fordern heute transparenz und Offenheit.

Ich habe hier in Brandenburg in 4 Jahren 18 Jungjäger die Möglichkeit geschaffen, ihr erstes Stück Schalenwild zu erlegen. Das Durchschnittsalter der Jungjäger, die über den Jagdverein Lehrprinz e.V. (www.lehrprinz.eu) eine Jagdmöglichkeit erhalten haben, liegt bei unter 35 Jahren.
Doch jetzt kommt es ganz dicke:
Mein Konzept, junge Jäger an das aktive Jagen heranzuführen, wird von den etablierten Jagerschaften nicht nur nicht unterstützt, sondern kathegorisch abgelehnt.
Wenn mich ein Außenstehnder fragt, warum ich für meine Tätigkeit keine Unterstützung durch die Verbände erhalte, antworte ich mit immer der gleichen Aussage:

"Ich lerne den Jungjägern die Demut vor der Natur und vergesse dabei, ihnen die Demut vor den Jagdpächtern und den Jagdbverbänden zu vermitteln"

Als Mitglied einer Studentenverbindung habe ich gelernt, dass junge Burschen mit 19 Jahren nach einem Jahr des Kennenlernens führende Funktionen in einer Verbindung übernehmen müssen. Würden Verbindungen ihre jüngsten Mitgieder erst 15 Jahre in einen internen Kindergarten (Junge Jäger)stecken, wie es die Jagdverbände tun, wären sie schon lange verschwunden.

Mit den Strukturen der Jagdverbände können Sie heute niemanden mehr hinter dem Ofen vorlo-cken. Kein Jungjäger übernimmt Posten im Verband, die mit der Hoffnung verbunden sind, ir-gendwann einmal jagen zu dürfen. Jungjäger wollen eine Jagdmöglichkeit. Wenn sie deiese be-kommen, dann übernehmen sie auch Arbeit und Posten. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wenn ihnen die Jagdverbände keine Jagdmöglichkeit bietet, organisieren sie sich eben woanders, so ein-fach ist das.

wmh

stefan