12.2.13

Das Jagdmagazin Pirsch und das heiße Eisen "Reform der Jagdverbände"

 
Illustration: Jagdmagazin Pirsch

Ein wenig Stolz war ich schon, als vor einigen Monaten das Jagdmagazin Pirsch mich darum bat, meinen bereits auf dem Jagdblog erschienen Beitrag mit dem Thema " Naturschutzverbände und Jagdverbände - zwei Welten prallen aufeinander" exklusiv in der Pirsch abdrucken zu dürfen.
Für einen Blogbetreiber ist dies insofern eine Ehre, da die Blogosphäre, wie allgemein die bloggenden Publizisten, ihre Internetportale und ihr soziales Netzwerk genannt werden, in der Regel von den ethablierten Printmedien ignoriert werden. Erst wenn eine Kontinuität an  Beiträgen erkennbar wird und sich dadurch hohe Zugriffszahlen vermuten lassen, kommt es zur Verlinkung auf die Onlineportale der Printmedien oder zum Abdrucken der Blogartikel in den Printausgaben.

Doch als ich die aktuelle Ausgabe der Pirsch 3/2013 in den Händen hielt, das Editorial las und kurz darauf die ersten emails im Emailordner erschienen, war es erst einmal vorbei mit meiner Begeisterung.

In einer dieser email hieß es wörtlich, Zitat:
"Sehr geehrter Herr Fügner, 
Glückwunsch zu Ihrem Artikel in Pirsch und alle Achtung vor Ihrem Mut, Ihrer Zivilcourage - oder aber vielleicht auch zu Ihrer Naivität??
Ich weiß nicht, welchem Landesjagdverband Sie angehören. Aber sollte es der LJV x (Name des LJV ist mir bekannt) sein, müssen Sie sich auf etwas gefaßt machen. Ich weiß wovon ich rede..."


Und danach folgten gleich mehrere emails, in denen mich besorgte Blogleser vor den wörtlich "Gefahren" warnten, in die ich mich begebe, wenn ich die Jagdverbände offen kritisiere.
Doch auch das Editorial der Pirsch 3/2013 gab mir zu denken. Dort weist der Chefredakteur in vorauseilender Berichterstattung die zu erwartende Beschimpfung als Nestbeschmutzer energisch von sich.

Zitat: "Die einen werden uns als Nestbeschmutzer beschimpfen, die anderen werden sagen: Endlich schreibt´s mal einer"


Bei solchen Ängsten vor der Übermacht unserer Jagdverbände fragt sich ein freier Publizist:

"Ja wo leben wir eigentlich?"

Würde ein ausländischer Journalist diese Zitate vorgelegt bekommen, ohne zu wissen, aus welchem Land sie stammen, er würde glauben, diese Menschen leben in einer Diktatur, in denen die Presse- und Meinungsfreiheit nur auf dem Papier exitiert und nur Todesmutige es wagen, die Obrigkeit zu kritisieren.

Natürlich existiert in Deutschland nur bedingt die Pressefreiheit. Mit Hilfe kostenpflichtiger Abmahnungen, anglizistisch "law hunting" genannt, die sich immer wieder auf die gleichen strafbaren Handlungen der üblen Nachrede oder der Beleidigung berufen, haben schon viele Konzerne und Organisationen Journalisten den Mund verboten und in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Strafbare Handlungen, die es im übrigen nur in Deutschland  in dieser Form gibt.

Ich werde also mit Spannung abwarten, ob ich den Straftatbestand der Beleidigung erfüllt habe, weil ich die Jagdverbände mit überdimensionierten Kleintierzüchtervereinen gleichstellt habe.

Doch was ist es, dass so viele Menschen eine derartige Furcht vor der Macht der Verbände haben?

Politologen sprechen von Deutschland gerne auch vom "Verbändestaat Bundesrepublik Deutschland" . Krakenartig überziehen sie das Land. Kaum eine Entscheidung auf politischer Ebene, in der sie nicht mittels  ihre Machtfülle die Partikulärinteressen ihrer Mitglieder durchsetzen. Zu Vollkommenheit ihrer Macht bedienen sie sich gerne der Zwangsmitgliedschaft, die ihnen dann ohne Akquise üppige Beitragseinnahmen garantieren.

Zwar verfügen die Jagdverbände nicht über das Instrument der Zwangsmitgliedschaft, aber mit einem Organisationsgrad von annähernd 80% der Jäger sind sie ohne jede Konkurrenz.

Und genau in dieser Konkurrenzlosigkeit liegt das Problem der Jagdverbände. Zwar geben sie sich nach außen demokratisch und behaupten, ihre Vorstände frei zu wählen, doch die Realität sieht anders aus.
Nach einer Kungelrunde wird den Delegierten ein Kandidat präsentiert, den sie dann "wählen" dürfen. Gegenkandidaten gibt es keine.
Nun nimmt es die deutsche Sprache in vielen Dingen sehr genau und das ist auch gut so. Deshalb ist hier die Wortwahl entscheidend. Bei der "Wahl" von Vorständen, wie es die Jagdverbände zelebrieren, sprechen Politologen von einer Ernennung, erst wenn die Delegierten sich zwischen mehreren Kandidaten entscheiden können, spricht man von Wahlen.
Damit dem einfachen Volk diese weiche Form demokratischen Handelns nicht auffällt, hat man in den Verbänden (und Parteien) auch gleich die Richtigen Begriffe zur Hand. Eine Ernennung, also die Wahl ohne Gegenkandidaten wird in sochen Institutionen euphemistisch "Friedenswahl" genannt. Hingegen die echten Wahl mit Gegenkandidaten, die tunlichst zu unterbleiben hat, erklärt man hier kriegerisch zur "Kampfabstimmung".
Schon bei der Wahl dieser Begrifflichkeiten wird klar, dass man es hier bestenfalls mit einer Form der "Demokratie light" zu tun hat.Von den Begriffen "Basisdemokratie" und "Mitgliederbefragung" ist man meilenweit entfernt.

Auch zeigt der Beitrag des Unternehmensberaters Wilhelm Treiber in der Pirsch 3/2013 unter der Überschrift: "Innen hui - außen...?", zum Thema Reform der Jagdverbände, dass zum Demokratieverständnis moderner Organisationen wie NABU und BUND die Offenlegung der Mittelverwendung gehört. Für diese Wettbewerbsverbände, denen wir Jäger uns stellen müssen, ist die Offenlegung der Mittelverwendung selbstverständlich und ein Teil ihres basisdemokratischen Verständnisses. In den Jagdverbänden, so konnte man dort lesen, ist man gerade mal dabei, die Offenlegung der Mittelverwendung zu planen.

Da braucht es niemanden zu wundern, wenn der Volksmund gerne statt von Vorständen  von "Verbandsfürsten" spricht. Historisch gesehen aber steht ein Fürst nicht für Basisdemokratie und freie Wahlen, sondern mehr für Machtkonzentration, Hofschranzentum und Willkür.


Schon der große Reformer Martin Luther forderte den dekadenten Klerus des Mittelalters auf, "dem Volk aufs Maul zu schauen", denn in des Volkes Unmut liegt der Schlüssel zu den notwendigen Reformen.
Nachdem die Pirsch 3/2013 bei den Abonnementen eintraf, startete im Landlive Forum eine Diskussion unter der Überschrift "Mehr Professionalität". Einige fundierte Beiträge zeigen, dass das einfache Jägervolk sehr wohl weiß, wo angesetzt werden muss, um unsere Jagdverbände zukunftsfähig zu machen.


Und auch wenn viele Jäger nun die Autoren und Journalisten der Pirsch als Nestbeschmutzer beschimpfen, wir Jäger werden um eine Reform unserer Verbände nicht herumkommen. Es geht uns Kritikern nicht darum, die Jägerschaft im ganzen zu diskreditieren, auch wenn man uns dies gerne angedichtet möchte, sondern wir appellieren an die verantwortlichen Verbandsfunktionäre, die notwendigen Reformen endlich anzufassen und umzusetzen.


waidmannsheil

Euer


stefan


 


    




Kommentare:

Simon Böll hat gesagt…

Hallo Herr Fügner,

leider habe ich die Texte in der Pirsch nicht gelesen. Daher beziehe ich mich nur auf
die von Ihnen in Ihrem Blog veröffentlichten Texte.
Seit sechs Jahren bin ich Vorsitzender eines Jagdvereins und beurteile daher Ihren Beitrag
mit dem Blick durch die Brille des klassischen Ehrenamtes.
Ihr Vorwurf, dass die Jagdverbände keine professionellen Strukturen schaffen, halte ich
für falsch. Der DJV und der LJV betreiben Geschäftsstellen mit hauptamtlichen Mitarbeitern,
die sich für die Interessen der Jäger einsetzen. Z.B. mit Juristen, die in der Lobby-Arbeit
Beamte und Politiker beraten. Der DJV hat in den vergangenen Jahren viele erfolgreiche
Projekte gehabt, die positiv für die Jagd werben. Auch der LJV Hessen hat mit
verschiedenen Aktionen in der Öffentlichkeit das Bild der Jäger gut vertreten.
Hier unterscheiden sich die Jagdverbände kaum von Bund und Nabu – außer in der Höhe
der finanziellen Mittel. Im Prinzip sind DJV und LJV also schon längst “NGO”.
(Übrigens: Jäger sind auch Naturschützer, der LJV ist als
Naturschutzverband anerkannt – Der Titel “Naturschutzverbände und Jagdverbände,
zwei Welten prallen aufeinander” ist also unlogisch).
Wenn Sie sich richtig mit dem Thema beschäftigt hätten und in Ihrer Recherche-Arbeit
(Ja, auch Blogger sollten handwerklich sauber arbeiten) mit Vertretern der Verbandsseite
den Kontakt gesucht hätten, dann wäre Ihnen schnell ein anderer Grund für die
Überalterung in den Vereinen und Verbänden aufgefallen. Die passionierten Jäger wollen
jagen und nicht die Arbeit eines Ehrenamtes auf sich nehmen. Die Vorstände überaltern,
weil es keine Nachfolger gibt. Auch Ihr Vorwurf “mangelnder Transparenz” stimmt nicht.
Alle Versammlungen sind öffentlich (Bu-Jägertag, Landesjägertage) und die
Verwendung der finanziellen Mittel wird sehr genau besprochen. Wenn Sie die Informationsangebote
der Jägerschaft nicht in Anspruch nehmen, dann dürfen Sie den Verbänden keine Vorwürfe machen.
Könnte man alles noch etwas besser machen? Bestimmt.
Die anderen Naturschutzverbände haben einfach mehr Überzeugungstäter auf ihrer Seite,
die die Arbeit machen und fleißig Geld spenden.
Dies zu ändern liegt an uns allen – jeder einzelne Jäger kann Werbung für unsere Sache machen.

Mit freundlichen Grüssen

Simon Böll
Vorsitzender
Sachsenhäuser Jagdklub e.V.
Frankfurt

Manfred Werne hat gesagt…

Lieber Stefan.

Zu den Reformen bei den LJV könnte man sicher vieles sagen, aber alles ist nicht schlecht. Ich fühle mich im LJV-Bayern gut aufgehoben, auch wenn ich nicht zu allem Ja und Amen sage. Wenn ich Einwände habe, werden diese vom Präsidium zeitnah behandelt und ich habe immer auch die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs mit dem Präsidenten. Ich wurde bisher nie abgewimmelt oder vertröstet. Die Nachfolge in den Kreisjagdverbänden, was den Vorstand betrifft, ist sehr schwierig. Die jungen Jäger haben an der Verbandsarbeit zwar großes Interesse, aber einen entsprechenden Posten will keiner übernehmen. Sie sehen ja täglich mit welchen Dingen der Vorstand sich rumärgern muß. Da bekommst du ständig Prügel von Seiten des Forstes, hier meine ich den AELF, den BBV und die Jagdgenossenschaften. Wir können zur Zeit ein Lied singen, was das Forstliche Gutachten betrifft. Uns will man von Seiten der Jagdgenossenschaften schon die Winterfütterung untersagen. Das alles bekommen unsere fähigen jungen Jäger mit. Da brauchst du gar nicht nachfragen ob einer den HG-Leiter machen will, geschweige den Vorsitzenden. Ich wollte letztes Jahr aufhören (68Jahre alt), denkste. Bin gespannt ob ich in 3 Jahren einen finde. Gehe jetzt schon auf Suche, aber jeder sagt, das kannst Du doch noch weitermachen. Wie lange denn noch? Meine Mitglieder stehen hundertprozent hinder mir und lassen sich besonders bei der Öffentlichkeitsarbeit einspannen, aber größere Verantwortung tragen-Fehlanzeige. Da wird die Familie und der Beruf immer in den Vordergrund gestellt. Da heist es immer öfters; Ich halse mir doch nicht ständig Ärger auf. Ich will jagen und möglichst meine Ruhe haben, selbst die Verantwortung als Jagdpächter will keiner mehr eingehen.

Ich könnte noch eine ganze Weile so weiterschreiben, aber für heute reichts.
Gruß,
Manfred Werne 1. Vors. KJV-Kempten.


Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Hallo Stefan,
Dein neuestes Thema, welches hier angesprochen wird, interessiert mich auch sehr.Und ich würde auch gerne in die Diskussion einsteigen, da ich es auch so empfinde, dass die Vorstands-Wahlen in einer freiheitlich-demokratischen Atmosphäre stattfinden, die man sie sonst nur aus Nordkorea oder dem Iran kennt.
Unser Vorsitzender zelebriert Wahlen vor den paar Vertretern unserer Jägerschaft bei der Hauptversammlung immer genau während des „traditionellen“ Gratis-Essens, weswegen der größte Teil sowieso nur „zur Kirrung“ gekommen ist.
Während dann im Saal eine gefrässige Murmelei mit Besteckklappern unter den Anwesenden herrscht, sodaß überhaupt keiner etwas so richtig mitbekommt, erfolgt dann sein beliebtes Spiel:
Mit grimmigem Gesicht des kompletten Vorstandes (der immer vor der Sitzung schon gegessen hat) wird vom Vorstandstisch aus der kauenden Masse verkündet:
Und nun zur Wahl des ********* „Wer ist gegen den Kandidaten? Hand hoch!“
Alles duckt sich wie Welpen vor dem Alpha-Rüden, schaut in eine andere Richtung und beschäftigt sich angestrengt mit der Wurst auf dem Teller. Jeder hat anscheinend Angst, daß ihm sein Teller abgenommen wird,wenn er jetzt was Falsches sagt.
Mit einem unterwürfig-neutralen Gesicht wie Rhesusäffchen an der Futterschale im Zoo recken sich einige Köpfchen aus der Menge, um kurz zu sehen, ob sich jetzt tatsächlich jemand traut, dem Silberrücken zu wiedersprechen und ihn damit zum sofortigen Kampf auf Leben und Tod aufzufordern.
Die Mimik des Silberrücken verrät: Wer sich jetzt meldet, läuft Gefahr, aus dem Verband zu fliegen und außerdem bis zu seinem Tod nicht mehr zur Jagd eingeladen zu werden!
Und dann der der Satz der Sätze: „Enthaltungen gibt es nicht, entweder man ist dafür oder dagegen, sagte Freiherr von Heeremann auch schon immer! Also, Wahl einstimmig angenommen!“
Die Wahlergebnisse dieser Wahlen werden dem nicht anwesenden Rest der Jägerschaft, wenn überhaupt, höchstes in Form von weißem Rauch aus dem Schornstein unserer Vereins-Heims verkündet…
Daran verzweifelt meine Familie schon, seitdem wir zur Jagd gehen. Wenn die dürften, wie sie wollten, würde man sowieso aus diesen Ämtern doch nur mit dem Tod entlassen, damit sparte man sich allerhand Wahlen.

Grüße

Anonym hat gesagt…

Hallo Stefan,

wie bezeichnend, dass schon bei den Kommentaren deutlich wird:
"quod erat demonstrandum!"

Die "Posten- und Pöstcheninhaber" sind (verständlicherweise) die Ersten, die laut aufschreien!
Gerne verbeißen sie sich ins Randgeschehen vonwegen "ordentliche Recherche" und versuchen so vom eigentlichen Thema abzulenken, statt sich dem Unmut des "Fußvolkes" zu stellen!

Mir machen allerdings nicht diese warm und gemütlich hockenden alten Herren Sorge, sondern die nachrückenden (Jung-)Jäger, die den verquarzten Altvorderen kritiklos folgen... in Ermangelung neuer Ideen bzw. mangelnden Mutes diese laut auszusprechen!

Folgen wir doch Herrn Luther und schauen endlich dem einfach Volke auf's Maul!

Meinem Vorredner gelten 5 Sterne!

Beste Grüße!

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter H. Fügner,
habe leider ihren Artikel in der Pirsch noch nicht gelesen, da ich die Zeitschrift erst später bekomme. Kann mir aber gut die Reaktion der Verbandsfunktionäre vorstellen. Ich habe auch meine Erfahrung mit dem LJV Bayern hinter mir. Anfang 2000 hatte ich einen 4 Jahre langen Wildschadensstreit mit der Bay.landesforst über 120.000 €, den ich dann endlich gewonnen habe , die Hilfe vom Landesjagdverband war gleich null. Habe dann einen Artikel in Wild u. Hund ( Im Wald da sind die Räuber) mit einem Reta. verfasst.
Da ich Nachsucheführer bin will eines nur mal anmerken: In Bayern bekommt der Landes verband nicht einmal eine halbe Nachsuche Regelung hin . Zur Zeit muss ich sagen, so wie wir vertreten werden, fahren die Naturschutzverbände mit uns Schlitten ,es muss sich vieles verbessern sonst verbessern uns andere, die weniger Ahnung auf unserem Gebiet haben als wir.
Ich kann sie nur Ermutigen weiter zu machen . Bin öfters mit meinem HS in BB. Ich könnte in einem persönlichen Gespräch mehr berichten .

Grüsse aus dem Bay. Spessart

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Fügner,
ich kann die Gefahren, die eine Kritik am Landesjagdverband bringen kann, nur bestätigen. Nicht mehr zu der einen oder anderen Jagd eingeladen zu werden, wo man lange Zeit Stammgast und gefragter Hundeführer war, ist da nur das geringste Übel.
Amüsiert habe ich den Ausdruck "Verbändestaat Deutschland" gelesen. In meinem Umfeld sprechen wir seit einiger Zeit nur mehr von der Verbändediktatur.

Viele Grüße und weiter so!

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Fügner,

ja, man hat es über Jahrzehnte ängstlich vermieden, die Basis in die Entscheidungen einzubeziehen, oder gar effektive Kommunikationsstrukturen aufzubauen.

Das Erfolgsrezept der amerikanischen NRA ist unstreitig die "Graswurzelarbeit" ihrer stets aktuell informierten Mitglieder vor Ort.

Unsere Verbandsoberen kommen mir dagegen vor, wie Generäle ohne Truppen. Sie behaupten zwar gerne, für zig-tausende Mitglieder zu sprechen, doch im Ernstfall ist es ihnen schlicht unmöglich, mehr als ein paar Dutzend Jäger zu einer gemeinsamen Aktion -oder gar Demonstration- aufzubieten. Was will man damit politisch hebeln - wer hat davor Respekt?

Das sollte nun aber nicht etwa dem inzwischen ziemlich professionellen DJV mit seinem vorzüglichen Präsidenten Fischer angelastet werden, sondern hat seine Ursache in den traditionell trägen Lähmschichten der Landes- und Kreisverbände, die sich in ihrer selbstgefälligen Saturiertheit eben doch lieber mit der Ausrichtung der Trophäenschau als der Organisation einer flächendeckenden Protestaktion beschäftigen.

Inzwischen weiss ich auch, was an Informationen vom DJV auf dem Weg zur Basis alles "hängenbleibt", oder als "Highlight" mit monatelanger Verspätung bei der örtlichen Jahreshauptversammlung
"vom Vorstand verkündet" wird.

Fazit: Wer dann in diesen Kreisen die falschen Fragen stellt, wird kurzerhand rausgemobbt. Das der Karren dabei vor die Wand fährt, stört diese Kreise nicht, denn sie haben ihr aktives Jägerleben meist schon hinter sich.

Anonymus mit 40JJ