22.8.09

Echter Dreistangenbock auf Usedom erlegt



Für ein Jagdglück, wie es Stefan Thoms aus Bansin lachte, müssen andere Jäger sehr alt werden. Viele erlegen einen solchen Dreistangenbock ihr ganzes Jägerleben nicht. In eine schmale Schneise im Schilfgürtel des Schmollensees wechselte plötzlich ein Rehbock mit drei beinahe gleichmäßig ausgebildeten Stangen. Dabei hatte es der Bansiner in der Abenddämmerung eigentlich auf Schwarzkittel abgesehen.

Foto: A. Gutsche


Dass die Blattzeit ihre ganz besonderen Reize und Regeln hat, werden alle Jäger bestätigen, die seit vielen Jahren zur Blattzeit zur Jagd gehen.
Die sehr einstandstreuen Böcke verlassen in diesen 3 Wochen gegen alle Gewohnheiten ihre Einstände und vagabundieren durch das Revier auf der Suche nach brunftigen weiblichen Stücken.
Deshalb sieht man auch nur in dieser Zeit Böcke, die man trotz guter Revierkenntnisse das ganze Jahr nicht zu Gesicht bekommt.
Dies war wohl auch der Grund, weshalb der erst 23 jährige Jäger Stefan Thoms aus Bansin beim Ansitz auf Sauen einen echten Dreistangenbock erlegen konnte.
Die Erlegung eines doch sehr seltenen echten Dreistangenbocks mit 3 Rosensöcken war es sogar dem Onlinemagazin der Ostseezeitung wert, über diese Erlegung zu berichten.
Das JagdBlog wünscht Stefan Thoms Waidmannsheil zum Lebensbock und noch viele weitere Jagderlebnisse auf der wunderschönen Insel Usedom


waidmannsheil

Euer

stefan


Über die Erlegung des echten Dreistangenbocks auf Usedom berichtet das Onlinemagazin der Ostseezeitung:


Jagdglück in Bansin: Dreistangenbock erlegt

Dem Bansiner Stefan Thoms war das Jagdglück kürzlich besonders hold. Im Schilf erlegte er einen Dreistangenbock mit Seltenheitswert.

Stefan Thoms war erst acht Jahre alt, als er seinen Vater auf die Jagd begleitete. Mit 16 hatte er den Jugendjagdschein in der Tasche und durfte in Begleitung erfahrener Jäger selbst auf die Pirsch. Inzwischen ist der 23-Jährige Inhaber eines Begehungsscheins und somit schon seit fünf Jahren berechtigt, in einem kleinen Abschnitt des Korswandter Reviers zwischen Schmollensee und Krebssee allein zu jagen.
Thoms, der gerade in der Walsroder Ausbildungsstätte der Bundespolizei zum Polizeimeister ausgebildet wird, zieht es, sobald er Zuhause ist, auf die Jagd. So auch am ersten Tag seines Urlaubs.
„Eigentlich habe ich in der Abenddämmerung auf Schwarzwild angesessen“, beschreibt der Bansiner. Plötzlich sei ein Bock ins Blickfeld gewechselt, und er habe ihn angesprochen. „Ich habe sofort gesehen, dass er hoch aufgesetzt hatte, d.h. relativ viel auf dem Kopf trug.“ Ziehen lassen oder schießen? Für die Entscheidung blieb wenig Zeit, denn die Schneise, die Thoms freigemäht hatte, war schmal. Der Bock war in Bewegung und würde gleich wieder im Schilf verschwinden ...
Der junge Jäger entschloss sich blitzschnell und streckte den etwa fünf Jahre alten Rehbock mit einem sauberen Blattschuss. „Das Stück verendete im Schuss“, erinnert er sich an den Ablauf. „Ich denke, ich habe diesen Schuss der Blattzeit (Paarungszeit des Rehwilds - d. R.) zu verdanken“, mutmaßt Thoms, dass der ansonsten standorttreue Bock immobil gewesen sei.
Nach kurzem Innehalten ging alles schnell. „Üblicherweise lässt ein Jäger erst einmal Ruhe einkehren. Als ich kurze Zeit später zur Begutachtung ging, sah ich erst das Ausmaß des Geweihs. Die dritte Stange war beinahe so stark wie die anderen. Das ist sehr, sehr selten.“ Selbst erfahrene Jäger sprechen vom Extremfall. „So ein Dreistangenbock ist absolut etwas Besonderes“, sagt der Ahlbecker Jäger Siegfried Ramm. „In 40 Jahren Jagd habe ich überhaupt nur zweimal einen Dreistangenbock erlegt, beide Male war die dritte Stange allerdings verkümmert und hatte keinen Rosenstock ausgebildet“, so der 74-Jährige, der in den meisten Fällen einen Hormonüberschuss für die Ausbildung einer dritten Stange verantwortlich hält.
Diese Wertschätzung eines erfahrenen Jägers macht Stefan Thoms besonders stolz. Nachdem er den Bock an Ort und Stelle aufgebrochen und mit dem Einbehalt von Herz und Leber sein kleines Jagdrecht in Anspruch genommen hatte, brachte er ihn ins Kühlhaus am Forstamt Neu Pudagla, wo dieser immerhin noch 14 kg auf die Waage brachte.
Das seltene Jagdglück war für den jungen Waidmann ein Urlaubsauftakt nach Maß. „Die mit Vaters Hilfe aufs Brett gebrachte Trophäe wird in meiner Sammlung, die bisher hauptsächlich Keilerharderer und -gewehre füllen, einen Ehrenplatz bekommen“, sagt er stolz — immer noch ein wenig nachdenklich, dass er diesen Bock vor dessen verhängnisvollem Wechsel in dem von Schwarzkitteln bevölkerten Schilfgürtel vorher nie bemerkt hatte.